05.04.2020 / Palmsonntag - Ein Gottesdienst für Zuhause

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Ein Gottesdienst für Zuhause am Palmsonntag, 05.04.2020
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00:00 Musik: Konzert In A Op. 9 Nr. 9 - 2 Adagio Non Troppo

02:50 Beginn

03:48 Schriftlesung

05:15 Predigt

14:18 Musik: Ach Es Bleibt In Meiner Liebe [Aria Aus BWV 77]

18:02 Fürbitten, Vaterunser, Segen

21:18 Musik: Konzert In D - 2 Adagio


Musik zum Eingang

Sich einfinden und Gott zuwenden

 

Auch in Corona-Zeiten feiern wir Gottesdienst, nicht miteinander in der Kirche, aber im Glauben verbunden zu Hause.

Wir feiern ihn im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

 

„Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“ (Joh 3, 14b-15)

Unter diesem Schriftwort steht der heutige Sonntag:

der Sonntag Palmarum oder auch Palmsonntag. Jesus, vergegenwärtigen wir uns, macht sich auf nach Jerusalem und wird als König ganz eigener Art empfangen. Christus beginnt seinen letzten Weg als Mensch auf Erden: hinauf zum Kreuz; hin zur geheimen Mitte des Alls; dorthin, wo er ganz eins ist mit sich und seiner Sendung; – ja, dorthin, wo Tod und Leben, Zeit und Ewigkeit, menschliches Elend und Herrlichkeit Gottes auf einmalige Weise in eins fallen und Versöhnung geschieht.

 

Lied: „Jesu, geh voran“ (EG 391, 1-4)

 

Wir beten mit Worten des Philipper-Hymnus.

 

 

Christus Jesus, der in göttlicher Gestalt war,

hielt es nicht für einen Raub, Gott gleich zu sein,

 

sondern entäußerte sich selbst

und nahm Knechtsgestalt an,

ward den Menschen gleich

und der Erscheinung nach als Mensch erkannt.

Er erniedrigte sich selbst

und ward gehorsam bis zum Tode,

ja zum Tode am Kreuz.

Darum hat ihn auch Gott erhöht

Und hat ihm den Namen gegeben,

der über alle Namen ist,

dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie,

die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind,

und alle Zungen bekennen sollen,

dass Jesus Christus der Herr ist,

zur Ehre Gottes des Vaters.

 

Wir beten weiter.

 

Ewiger und allmächtiger Gott,

Du kommst zu uns als Herr und Richter,

als König und Erbarmer.

In unserer Mitte willst Du Dein ewiges Reich bauen.

Wir bitten Dich:

Mach uns und Deine ganze Kirche bereit,

Dir entgegenzugehen in dieser Zeit

der Buße und der Umkehr.

Gib, dass wir Dir recht den Weg bereiten

und Dich tatsächlich in unser Leben einlassen.

Öffne Du selbst uns Herz und Sinn,

Wollen und Verstand,

dass wir Dich wirklich herrschen lassen in allem,

was wir sind und haben,

was wir tun und was uns widerfährt.

Sende Deinen Heiligen Geist.

Segne uns und diesen Gottesdienst.

In der Stille bringen wir vor Dich,

was wir heute bei uns tragen

an Gutem und Bösem, Leichtem und Schwerem,

an Klage, Bitte, Dank und Lob.

 

Stille

 

Sieh an, o Herr, was uns bewegt,

verkläre es und vollende Dein Werk

an uns in Ewigkeit.

Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

 

Sich von Gott ansprechen lassen

 

Die Schriftlesung heute ist zugleich der Predigttext. Sie steht bei Evangelisten Markus im 14. Kapitel:

 

Und als [Jesus] in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit

unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt.

Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander:

„Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben.“

Und sie fuhren sie an.

Jesus aber sprach: „Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. Wahrlich ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.“

 

Herr, segne an uns Dein heiliges Evangelium.

 

Lasst uns auf das Evangelium antworten und beten mit den Worten des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. (EG 686).

Lied „Wunderbarer König“ (EG 327, 1-4)

 

Predigt „Be love now“ (Mk 14, 3-9)

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die

Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen.

 

Verehrte Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,

 

Gott kommt. Jesus Christus ist schon unterwegs. Und auch, wenn wir es vielleicht nicht immer wahrnehmen oder es gar den Anschein hat, als würde Er sich sogar entfernen oder wäre gar nie dagewesen, so ist Er doch jeden Augenblick näher als im eben noch vorangegangenen (vgl. Röm 13, 11).

 

Das All, es ist womöglich physikalisch unendlich, aber es ist keineswegs ewig, sondern es hat ein Ziel. Und dieses Ziel, so bekennen wir Christen seit jeher, ist Seine Herrschaft und Sein Reich – die Herrschaft dessen, „der da kommt im Namen des Herrn“ (Mk 11, 9 u. a.) eben.

 

Besonders heute, am Palmsonntag, vergegenwärtigt die Kirche sich das. Indem sie Christus als den feiert, der nach Jerusalem einzieht, um den Tod zu finden, feiert sie ihn zugleich als den, der ausgreift, sich alles – und selbst die letzten Grenzen – untertan zu machen. Den Gottessohn als den großen Verwandler und Erlöser, König und Vollender; – als den, durch den dereinst „Gott sei alles in allem“ (1. Kor 15, 28).

 

„Siehe, ich komme bald“, spricht er im Hinblick auf die so genannten letzten Tage, „und mein Lohn mit mir […]. Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ (Offb 22, 13)

 

Und ja, er kommt, wie gesagt, kommt in „sein Eigentum“ (Joh 1, 11): kommt in das Ganze der Schöpfung, immerfort; kommt in die Kirche vor allem; – kommt ganz besonders auch mit und durch ihre Sakramente und Segnungen.

 

„Mit jeder Taufe“, las ich es in diesem Sinne kürzlich sehr schön auf den Punkt gebracht, „wird die Hoffnung der Erde […] neu begründet.“ [Schrieder (Hg.), Konrad, Chorgebet. Ein hochkirchliches Brevier für das Gebet des Einzelnen und in Gemeinschaft, Mittweida 2009, 197.]

 

und

 

„An den Altären ist Friede.“ 

[Echternach(Hg.), Horst / Reese (Hg.), Hans Jörg / Echternach, Helmut, Unter der Himmelsleiter. Predigten, Erlangen 1996, 46.]

 

Auch zu jedem von uns, liebe Schwestern und Brüder, will Jesus Christus mit dem Vater im Heiligen Geist kommen. Im Leben von jeder und jedem einzelnen möchte er sich – ganz persönlich – verwirklichen und darin etwas vom Reich Gottes anbrechen lassen, ihm Ewigkeitswert, Glanz und Ausstrahlung verleihen.

 

 

Dazu aber müssen wir ihm, dem Kommenden, immer wieder und stets aufs Neue den Weg bereiten: indem wir uns mit seiner Hilfe frei machen von unseren schlechten Angewohnheiten, Bindungen und Sünden; indem wir beten, ja Gebet werden und als seine Nachfolger mit ihm an einem Strang ziehen; indem wir – Stichwort „What would Jesus do?“ – nicht den Anschluss verlieren, sondern versuchen, ihm immer ähnlicher zu werden in möglichst allen Bezügen; – indem wir schließlich, zugleich und zuallererst uns bereiten, der übergroßen Liebe, die Gott ist (vgl. 1.Joh 4,16b), Raum zu geben und sie mehr und mehr bei uns in Fluss geraten zu lassen.

 

Das aber erfordert Hingabe, Wagemut und eine gewisse geistliche Offenheit. – Es erfordert unter Umständen auch einen kleinen Schuss

heilige Verrücktheit, sag ich mal, wie uns nicht zuletzt auch unser heutiger Predigttext zeigt.

 

Dort begegnet uns eine alte Bekannte: Maria, die Schwester der Marta und des Lazarus (vgl. Joh 11, 1f.), Maria Magdalena womöglich. Und was sie tut, das ist wenigstens unkonventionell, wenn nicht unter normalen Umständen gar gänzlich unvernünftig und toll. – Viele, so hören wir, nehmen an ihrem Verhalten Anstoß.

 

Was sie nämlich tut, das ist dieses: Sie kommt zu Jesus mit einem Flakon kostbarsten Salböls; sie öffnet das Fläschchen und entleert es über ihn. Den Gegenwert dessen, wofür ein Arbeiter rund ein Jahr lang hätte schuften müssen (vgl. Mt 20, 2), setzt sie ein in eine einzige, flüchtige, aber zutiefst von Herzen kommende Geste. – Ja, sie verschwendet das kostbare Salböl und zugleich sich selbst in diesem einen, alles mit Worten Sagbare letztlich übersteigenden Akt spiritueller Leidenschaft.

 

Warum?

 

Nun, darum, weil sie, die sie zu Christus in einem offenbar besonders intimen Verhältnis steht (vgl. Lk 10, 38 – 42), bereits ahnt oder weiß, dass er seinem Tod – dem Selbstopfer am Kreuz – entgegengeht.

 

„[S]ie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis“ (Mk 14, 8),

 

erklärt er.

 

Darum, will ich meinen, zuallererst aber auch, weil sie ihn schlicht und ergreifend liebt: liebt „von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all

[ihrer] Kraft“ (Dtn 6, 5); liebt mit allem, was sie ist und hat; liebt mit Leib und Seele und – denn gerade auch dafür steht das wohlriechende Öl – mit großer Sinnlichkeit.

 

Denn Gott kommt, wie gesagt. Jesus Christus ist schon unterwegs. – Doch es sind nicht zuerst die Meinungen und guten Vorsätze, das intellektuelle Verständnis oder die lobenswerten Taten als solche, die Ihm den Weg bereiten. – Sondern es ist, nochmal, die Bereitschaft eben, sich auf Ihn und auf die Liebe, die Er ist, einzulassen, ihr Raum zu geben und sie in Fluss geraten zu lassen.

 

Wie es der Titel eines spirituellen Buches, das ich gerade lese, ansprechend provokativ formuliert, der da lautet „Be love now“ [Ram Dass / Rameshwar Das, Be love now. Der Weg des Herzens, Bielefeld 2 2012.], „Sei jetzt Liebe!“.

 

Oder wie dann auch der Apostel Paulus schreibt:

 

„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1Kor 13, 13)

 

Bin ich dazu aber bereit? Kann ich aus mir raus- und dem kommenden Gott wirklich entgegen gehen? Will ich in meiner Gottesbeziehung auch noch mal etwas wagen und riskieren, etwas „Verrücktes“ vielleicht auch? Mag ich mich an Gott „verschwenden“? – Und falls nicht, warum nicht? Was fehlt oder ist mir im Weg? Wovor scheue ich zurück und warum?

 

Das alles sind Fragen, verehrte Gemeinde, die sich jede und jeder von uns gerade auch heute, am Eingang der Karwoche, gut stellen kann. – Fragen, nicht um uns zu beschämen oder um uns ein schlechtes Gewissen zu machen, aber um uns über das, was wir schon haben, hinaus womöglich noch die ein oder andere neue und zusätzliche Perspektive zu eröffnen.

 

„Siehe, ich komme bald[.]“ (Offb 22, 13),

 

spricht Jesus Christus.

 

Und für uns Christen ist das weder eine Drohung noch ein Wort der Vertröstung auf ein fernes Irgendwann. – Sondern es ist die immer aktuelle

Einladung, mit ihm gerade auch hier und jetzt noch einmal ganz neu durchzustarten, wenn Sie so wollen: hier und jetzt, als die, die wir eben

jeweils sind; hier und jetzt, mit allem, was wir schon geben oder noch zu geben haben; hier und jetzt, jeder für sich und alle gemeinsam, in diesen besonderen Tagen, die wir gerade erleben.

 

Ich möchte gern schließen mit einem Gebet der Selbsthingabe, das ich bei der evangelischen Mystikerin und Ordensgründerin Basilea Schlink (1904 – 2001) gefunden habe, und lade auch Sie herzlich zum Mitbeten ein:

 

„Mein Herr Jesus Christus,

Dir möchte ich mich hingeben mit Leib, Seele und Geist, da[ss] Du über mich verfügst. Unter welche Herrschaft sollte ich mich lieber

stellen als unter die Deine! Du führst mich mit dem sanften Stab des guten Hirten. Wie Du verfügst mit mir zu tun, so sei es mir immer

recht – auch jetzt. Gib mir Leid oder Freude – la[ss] mich gesund oder elend sein – gib oder nimm mir Menschen, Gaben, Güter – mein Wille

sei Dir völlig hingegeben. Ich weiß, da[ss] niemand mich mit größerer Liebe führen und keiner sich meinen Weg besser erdenken kann als

Du, der Du gekommen bist, da[ss] wir glückselig werden, und dafür Dein Leben in den Tod gabst.“ [Schlink, Basilea, Gebetsleben. Anleitung und Gebete, Darmstadt-Eberstadt 1974, 109.]

 

Amen.

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn.

 

 

Lied: „Ich bete an die Macht der Liebe“ (EG 641, 1-6)

 

Sich und die Welt Gott anvertrauen

 

Fürbitten

 

Im Frieden lasst uns den Vater bitten

durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Allmächtiger und barmherziger Gott,

die Welt hungert danach, Dir zu begegnen.

Zeige Dich allen, die nach Dir suchen.

Entflamme sie in Deiner über-heißen Liebe.

Schenke Dich Deiner Kirche

durch Dein Wort und Sakrament,

durch Deinen Segen und Zuspruch.

Gib, dass auch wir Boten Deines Heils sein können,

wo andere uns brauchen.

 

Steh uns und unseren Mitmenschen auch da bei,

wo wir Dich nicht sofort vermuten

und Dich doch umso mehr brauchen:

an unserem Arbeitsplatz;

in den Beziehungen, die wir führen,

und in den Kämpfen, die wir ausfechten müssen.

Schenke uns Maß und Verstand,

Einsicht, Wollen und Vollbringen.

Segne besonders auch die,

die Verantwortung tragen

in der Welt und in unserem Land.

 

Besonders bitten wir dich für diejenigen,

denen es schlecht geht:

für die Menschen, die Mangel leiden

oder denen Sorgen und Verzweiflung zusetzen;

für die, deren wirtschaftliche Existenz

oder deren Familienfrieden bedroht ist;

für die Kranken und Sterbenden vor allem auch.

Zeige Dich ihnen, wenn ihnen die Zukunft Angst bereitet.

Sei Du ihr Licht, wenn es um sie dunkel zu werden droht.

 

In der Stille bitten wir Dich schließlich für alle,

die uns besonders am Herzen liegen

und deren Namen wir nun vor Dich bringen:

 

[Stille]

 

Erhalte uns alle in der Liebe zueinander und zu Dir.

 

So bitten wir durch unseren Herrn Jesus Christus,

der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt

und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Alle: Vater unser im Himmel...

 

Mit Gott gehen

 

Lied: „Bei dir, Jesu, will ich bleiben“ (EG 406, 1-6)

 

Segen

 

Und so segne und behüte uns der ewige und allmächtige Gott:

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. (+)

Alle: Amen.

 

Musik zum Ausgang

 

Vielleicht haben auch andere Menschen Interesse an dem kleinen Andachtsblatt? Wir schicken es auf Wunsch gerne zu. Und

wenn Sie mächten, könnten Sie es anderen in den Briefkasten werfen mit einem kleinen persönlichen Gruß.

 

Ganz herzlichen Dank an KMD Thomas Haller, Orgel; Johann Konnerth und Jörg Günter, Trompeten und unseren Techniker Sascha

Bauer.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche! Ihr Pfarrer Jan Langfeldt

 


29.03.2020 / Judika - Ein Gottesdienst für Zuhause

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Ein Gottesdienst für Zuhause am Sonntag Judika, 29.03.2020
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Musik zum Eingang

Sich einfinden und Gott zuwenden

 

Auch in Corona-Zeiten feiern wir Gottesdienst, nicht miteinander in der Kirche, aber im Glauben verbunden zu Hause und wir feiern ihn im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

   Heute feiern wir den Sonntag Judika. 

Der 43. Psalm gibt dem Sonntag seinen Namen. Dort heißt es: „Gott, schaffe mir Recht…und errette mich“. Die Passionszeit geht ihrem Höhepunkt entgegen. Im Gottesdienst verzichten wir ab diesem Sonntag auf das gesungene Ehre sei dem Vater.

Der Karfreitag, das Leiden und Sterben Jesu rücken immer näher und wir machen uns an diesem Sonntag mit Jesus auf dem Weg.

 

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. (Mt 20,28)

 

Lied: „Lasset uns mit Jesum ziehen“ (EG 384, 1+2) 

 

Wir beten mit Worten des 43. Psalms

Gott, schaffe mir Recht

und führe meine Sache wider das unheilige Volk

und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

Denn du bist der Gott meiner Stärke:

Warum hast du mich verstoßen?

Warum muss ich so traurig gehen,

wenn mein Feind mich dränget?

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten

und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

dass ich hineingehe zum Altar Gottes,

zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele,

und bist so unruhig in mir?

Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,

dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

 

Wir beten weiter.

 

Mit all unseren Ängsten kommen wir heute Morgen 

zu Dir, Herr unser Gott. 

Sie bringen uns ganz durcheinander, diese Ängste, 

um die Gesundheit, um die wirtschaftliche Existenz, 

um die Einsamkeit, und vieles andere mehr.

Wie gut, dass wir das heute Morgen vor Dich bringen dürfen, 

all die Beschwernisse und Hiobsbotschaften dieser Woche, 

alles, was uns verunsichert und ins Zweifeln bringt.

Du hörst unsere Gebete, du hörst unser Rufen, 

Du schweigst nicht zu unseren Ängsten.

Komme jetzt in mein Leben, tröste und stärke mich, und lass mich mit Zuversicht und Gottvertrauen nach vorne blicken. Amen.

 

Wir bringen all unsere persönlichen Anliegen vor Gott 

und beten weiter in der Stille, miteinander und füreinander.

 

Stille

 

Wirf Dein Anliegen auf den Herrn, er wird dich versorgen. Amen.

 

Sich von Gott ansprechen lassen

 

Die Lesung ist zugleich der Predigttext für den heutigen Sonntag und führt uns in den Hebräerbrief zu drei Versen aus dem 13. Kapitel, nämlich die Verse 12-14.

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 

Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Der Herr segne dieses sein Wort an uns allen. Amen.

Wir bekennen unseren Glauben mit dem Apostolischen Glaubensbekenntnis.

Lied: „O Mensch, bewein dein Sünde groß“ (EG 76, 1+2) 

 

 

Predigt

Es ist Sonntagmorgen, 10 Uhr Gottesdienstzeit. Ich stehe in der Stadtkirche, aber Sie alle sind nicht da. Das ist sehr traurig, dass wir derzeit keine gemeinsamen Gottesdienste feiern dürfen, nicht miteinander singen, beten und auf Gottes Wort hören. Und das in einer Zeit, wo man sich so dringend braucht, über Ängste sprechen, Zuspruch bekommen, getröstet werden will.  

 

Wie lange wird das bleiben, wie lange müssen wir in diesen Zustand aushalten, wird das auch noch an Ostern so sein, dem Fest des Lebens und der Auferstehung? Unvorstellbar, aber wohl realistisch. 

Und vielleicht ist das in diesen Tagen das, was uns am allermeisten deprimiert: die Unsicherheit, wie lange das noch so bleiben wird.                   

Und von daher bekommt das Wort aus Hebräer 13 noch einmal eine ganz neue Perspektive: Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir.         

Nein, so möchten wir in unserer Stadt nicht bleiben, die Läden geschlossen, kein Restaurant offen, treffen darf man sich nicht, Gottesdienste sind nicht erlaubt, das darf doch so nicht bleiben. 

Wir suchen die andere Stadt, so wie wir unser Aalen kennen: weltoffen, lebensfroh, volle Straßencafés, eine Marktsuppe und ein Café im Gemeindehaus als Orte der Begegnung. Nach dieser uns vertrauten Stadt sehnen wir uns, dass dies einmal wieder so kommt, hoffen wir.

 

 

Natürlich wissen wir auch, dass das Bibelwort noch einmal eine ganz andere Dimension anspricht. In unserer Krise geht es ja vor allem darum, dass die Geisterstadt nicht bleibt, sondern wir unsere Stadt, so wie wir sie kennen, wieder zurückbekommen. Der Hebräerbrief dagegen spricht den Gaststatus an, den wir auf dieser Welt haben, vergänglich und nicht von Dauer. „Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir.“   

Können wir uns auf diesen Gedanken einlassen, wo wir doch in unseren Ängsten ganz stark hoffen, dass der alte Zustand bald wiederhergestellt wird? Ist das gerade unser erstes Ansinnen, die bleibende Stadt über allem Vergänglichen hinaus zu erhoffen und zu erträumen?

Wahrscheinlich eher nicht, aber es macht in dieser Passionszeit durchaus Sinn, darüber nachzudenken, wie Leiden, wie Entbehrung, wie Verzicht zum Leben dazu gehören.

 

Denn wir begleiten Jesus ja in den Tagen vor dem Karfreitag auf seinem Weg, der ihn letztlich auf den Hügel Golgatha geführt hat, wo er gekreuzigt wurde, „draußen vor dem Tor“, wie es der Hebräerbrief formuliert. 

Und daher gibt es für Jesus auch auf dieser Welt keine bleibende Stadt, nicht Bethlehem, nicht Nazareth, und auch nicht Jerusalem. Draußen vor dem Tor endet sein Leben, aber es endet auch alles, was mit Leiden, Folter, Schmerz und Tod zu tun hat. 

Und darum ist Jesus uns in unseren Ängsten auch so nah. Auch unseren Zweifeln, unserer Unsicherheit und Verzagtheit ist er nah. Er hat für uns gelitten und ist für uns gestorben, sein Blut ist für uns vergossen.

Das nimmt mir natürlich in diesen Tagen nicht die Angst, auch nicht meine Zweifel und Verzweiflung, alles, was mir so Sorge macht und mich beschwert. Das ganz sicher nicht. Aber ich weiß mich in der Hand dessen, der auf mein Leben schaut, der mir die Treue hält, und der sich auch in Corona-Zeiten nicht aus dem Staub macht.  An seiner Seite gibt’s Kräftigung und Stärkung, die Gewissheit und Zuversicht: Ich bin bei dir.  

 

Und darum möchte ich uns heute Morgen ermutigen, an diesem Gottvertrauen festzuhalten. Ich bin mir sicher, er hält mich und Sie alle, er hält die ganze Welt in seiner Hand. Auch auf unserem in diesen Tagen so beschwerlichen Weg durchs Leben ist er uns nahe.

 

Und zwei Wochen vor Ostern dürfen wir auch schon ein wenig nach vorne schauen: Der Tod war auch für Jesus nicht die bleibende Stadt, die Auferweckung ist auch Teil von Gottes Heilsweg. Auch dies macht uns nicht angstfrei und sorgenlos, aber trägt uns in der Gewissheit, dass Gottes Weg mit uns weitergeht und weit über unser jetziges Leben hinausreicht.

 

 

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche, mit Jesus auf dem Weg des Leidens und der Entbehrung, aber immer mit der Zuversicht, dass er an unserer Seite ist, mit uns geht, und bei uns bleibt. Amen.

 

Lied: „Meinem Gott gehört die Welt“ (EG 408, 1-6) 

 

Sich und die Welt Gott anvertrauen

Fürbitten 

Herr Jesus Christus,

wie gut, dass wir mit allem, was uns beschwert und belastet, 

zu dir kommen können.

Manchmal fühlen wir uns in diesen Tagen so wie Du auf Golgatha, 

draußen vor der dem Tor, allein mit unseren Ängsten, allein mit unseren Zweifeln, allein mit unserem Grübeln und unseren Fragen.

Danke, dass Du da bist und wir uns auf Dich verlassen können. 

Du bist der Hort, der Fels, unser Halt.

Sei mit allen, die in diesen Tagen nicht zurechtkommen.

Sei mit denen, die sich Sorgen um andere Menschen machen.

Sei mit denen, die im Gesundheitswesen alles geben.

Sei mit denen, die weitreichende politische Entscheidungen treffen müssen.

Sei mit den Kranken, den Infizierten, den Sterbenden.

Wir ruhen in Deiner Hand. Das lass uns an jedem Tag neu spüren. Amen.

 

Alle: Vater unser im Himmel...

 

Mit Gott gehen

Lied: „Komm, Herr, segne uns“ (EG 170, 2-4) 

Segen

Der Herr segnet dich und behütet dich.

Der Herr lässt sein Angesicht leuchten über dir und ist dir gnädig.

Der Herr erhebt sein Angesicht auf dich und schenkt dir Frieden.

Alle: Amen.

 

Musik zum Ausgang

 

Vielleicht haben auch andere Menschen Interesse an dem kleinen Andachtsblatt? Wir schicken es auf Wunsch gerne zu. Und wenn Sie mächten, könnten Sie es anderen in den Briefkasten werfen mit einem kleinen persönlichen Gruß.

 

Ganz herzlichen Dank an KMD Thomas Haller und unsere Techniker Sascha Bauer und Johannes Eck.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche! Ihr Pfarrer Bernhard Richter 


22.03.2020 / Lätare - Ein Gottesdienst für Zuhause

In diesen Tagen, wo wir uns nicht in den Kirchen zum Gottesdienst treffen können, fällt Kirche nicht aus, sie wird nur anders. Hier finden Sie die Bestandteile, um mit Liedern und Musik, Gebeten und Impuls Ihren Gottesdienst zu Hause feiern zu können. 

 

Sollte technisch etwas nicht gleich klappen, nochmal probieren und bitte um Geduld – wir üben weiter…

Ablauf des Gottesdienstes

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2020.03.22 / Lätare - Gottesdienst für Zuhause
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Liedblatt zum Gottesdienst

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2020.03.22 / Lätare - Liedblatt Gottesdienst für Zuhause
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Die Links zur Musik zum Gottesdienst im Überblick

Musik zum Eingang (Audio)

Lied 1 EG 456 Vom Aufgang der Sonne

Lied 2 EG 98   Korn, das in die Erde 

Lied 3 EG 408 Meinem Gott gehört die Welt

Lied 4 EG 170 Komm, Herr, segne uns

Musik zum Ausgang (Audio)

 

Musik zum Eingang von unserem kleinen Ensemble. 

Sich einfinden und Gott zuwenden

Wir sind beieinander im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Wort zum Tag

Der heutige Sonntag heißt Lätare, das heißt: Freuet euch! 

(nach Jesaja  66,10). Er wird gelegentlich auch „kleines Ostern“ genannt, weil er in der Mitte der Fastenzeit liegt. Seine liturgische Farbe ist Rosa als Mischung aus Violett (Farbe der Buße in der Fastenzeit) und Weiß (Ostern). Vielleicht schmücken Sie Ihren Tisch mit entsprechenden Tüchern oder Servietten. Frische Blumen aus der Garten sind schön. Manche schneiden auch einen „Lätarezweig“, der bis Ostern treibt.

 

„Lätare“ – ausgerechnet jetzt sich freuen! In diesem ganzen Durcheinander, in dieser großen Unsicherheit – keiner weiß, wie lange das alles dauert und was es mit sich bringt. 

Der Wochenspruch nimmt uns mit auf das freie Feld, wo wir erfahren, dass der Weg von Jesus Christus nicht am Leid vorbei geht, sondern mitten hindurch.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. (Joh 12,24)

Das Dunkle wird nicht verdrängt, sondern durchlebt. Die Hoffnung lässt sich nicht für immer vergraben, sondern sie bringt neue Halme und Früchte hervor.

 

Das Lied: „Vom Aufgang der Sonne“ (EG 456) können Sie zu Beginn singen und sich dabei vom kleinen Chor unterstützen lassen.

 

Wir beten.

Herr unser Gott,

du hast diesen neuen Tag für uns werden lassen,

einen neuen Tag, um uns dir zuzuwenden

einen neuen Tag, um uns von deiner Botschaft verändern zu lassen,

einen neuen Tag, um unsere Sorgen auf dich zu werfen,

statt uns von ihnen beherrschen zu lassen.

Wir danken dir für diesen Tag.

So gerne wären heute viele von uns in die Kirche gegangen,

in dein Haus, um zusammen Gottesdienst zu feiern.

Wir vermissen das Miteinander und in aller Freiheit Menschen zu treffen.

Sei du unser Trost.

Lass uns neue Wege finden und alte wieder frei machen.

So feiern wir heute zu Hause, Groß und Klein.

Du bist unsere starke Verbindung, untereinander und zu dir.

Sei und bleibe du bei uns.

Amen.

 

Sich von Gott ansprechen lassen

Das Lied: „Korn, das in die Erde“ (EG 98, 1-3) können Sie nun singen und sich dabei vom kleinen Chor unterstützen lassen.

 

Impuls

Eigentlich hätten wir heute in der Aalener Stadtkirche den feierlichen Abschlussgottesdienst von Konfi 3 feiern wollen. Aber nun kam es, wie in so vielen Bereichen unseres Lebens, durch die Corona-Pandemie ganz anders. Wir können uns heute nicht gemeinsam in der Kirche treffen, um dort mit den Konfi 3-Kindern den Abendmahlstisch zu decken und Abendmahl zu feiern. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dieses Fest holen wir zu gegebener Zeit nach, das lassen wir uns nicht entgehen.

Ihr Konfi 3-Kinder könnt Euch heute zu Hause um den Tisch setzen und die Konfi 3-Kerze anzünden zum Zeichen: Gott ist da, auch heute. Ich habe mir überlegt: Was hat auch etwas mit essen zu tun und ist für alle zu Hause machbar und ist für alle – auch für die, die keine Konfi 3-Kinder haben – ein Zeichen in dieser besonderen Zeit? 

Dabei ist mir etwas eingefallen, was Jesus seinen Jüngern gesagt hat und was sie sich leicht merken konnten – zwei Sätze:

 

„Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“

 

Das ist nun wirklich leicht zu merken. Und was meint Jesus genau damit? Hören wir gemeinsam auf den kurzen Abschnitt aus der Bibel, aus dem Matthäusevangelium, Kapitel 5, 13-16, wo Jesus sagt:

 

„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. 

So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

 

Was Salz und was Licht ist, das weiß jede und jeder. Da können alle etwas damit anfangen. Und viel braucht es davon gar nicht. Eine Prise für die Suppe. Einen Teelöffel für eine große Schüssel Brotteig. Mehr soll es gar nicht sein, sonst ist die Sache versalzen, ungenießbar.* (Unten folgt für Kinder ein Salzwasser-Experiment.)

 

Jesus gibt seinen Jüngerinnen und Jüngern damit einen klaren Auftrag: Ihr sollt etwas tun, etwas Gutes für die anderen; etwas, das wirkt; etwas, das sichtbar ist, um damit Gottes Licht in der Welt leuchten zu lassen, um den entscheidenden Unterschied zu machen.

Die Prise Salz löst sich in der Suppe auf. Der TL Salz im fertigen Brot auch. Ich kann sie nachher nicht mehr herausholen. Aber sie machen den entscheidenden Unterschied.

Wer jetzt noch am Frühstückstisch sitzt, kann etwas gleich ausprobieren: Bestreicht eine kleine Scheibe Brot mit etwas Butter und schneidet sie halb durch. Auf die eine Seite kommen ein paar Krümel Salz, auf die andere nicht. Selbst bei einer „Blindverkostung“ werde ich den Unterschied sofort schmecken.

 

Ob das Handydisplay im dunklen Straßenabschnitt leuchtet oder nicht – es macht den entscheidenden Unterschied, ob die Angst mich überfällt oder nicht.

 

Viel braucht es nicht, Salz und Licht in der richtigen Dosierung. Das genau seid Ihr, meine Leute, in der Welt und für die Menschen, sagt Jesus. „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt!“ Nicht „Ihr sollt es sein!“, keine Aufforderung, sondern eine Feststellung: „Ihr seid es. Nehmt das ernst und macht was draus.“ Gerade nach dem Matthäusevangelium fordert Jesus die Seinen auf – und wir können uns da ruhig auch angesprochen fühlen – der Gerechtigkeit im Alltag Raum zu verschaffen. Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde aufnehmen, Nackte kleiden, Kranke und Gefangene besuchen. Wenn wir Salz und Licht sind, sollen die anderen es durch uns spüren.

Viele sagen: Gott sehe ich doch gar nicht. Also gibt es ihn auch nicht. Vielleicht schauen sie aber auch nicht richtig hin. Denn man braucht Augen des Herzens, um zu sehen: Gott ist da in der Welt. Er lässt sich durch uns Menschen sehen und spüren.

 

    • Genau da, wo Männer und Frauen jetzt in der Krise hilfsbereit einspringen

    • Genau da, wo Jugendliche sagen: Wir gründen eine Gruppe, wo wir Leuten, die nicht aus dem Haus können oder dürfen, Botengänge, zB           in die Apotheke abnehmen und Lebensmittel einkaufen – Hungrige speisen

    • Genau da, wo Menschen nach ihren Nachbarn schauen und wo Menschen sich was sagen lassen und Hilfe annehmen

    • Wo Enkel der Oma einen Brief schreiben, Schüler der Lehrerin eine freundliche Nachricht schicken, weil wir uns gerade eben nicht direkt          besuchen sollen - so schwer das ist

    • Wo wir rücksichtsvoll sind und uns zurücknehmen

    • Wo Geschwister jetzt nicht auch noch herumstreiten

    • Wo wir im Supermarkt gelassen bleiben, wenn alle mit den Nerven am Ende sind

    • Wo Menschen sich dafür einsetzen, dass das Mietrecht geändert wird und man nicht gleich aus der Wohnung fliegt, wenn man zwei                  Monatsmieten nicht gezahlt hat

    • Genau da, wo…

 

Genau da ist Gott durch uns wirksam, sichtbar, freundlich zu uns.

So können wir „Salz der Erde sein und Licht der Welt“ sein. Wir haben es in den letzten Tagen oft gehört: Auf jede und jeden einzelnen kommt es jetzt an. Ob ich auf meinen Vorteil verzichte und meine Bedürfnisse einschränke um Jesu Christi und meines Nächsten willen.

Die guten Taten leuchten lassen – vielleicht geht das in diesen Tagen so: best practice in den Medien bekannt machen, damit andere auf den Zug aufspringen – aber nicht, um selbst gesehen zu werden, sondern dass wir gemeinsam der Stadt Bestes suchen, gemeinsam gegen Missstimmung, Panikmache und Falschmeldungen eintreten – besonnen und gelassen – im Wissen, dass wir im Kleinen wichtig sind wie Salz in der Suppe, ein Licht der Hoffnung in der Nachbarschaft.

Gerade auch wenn die Welt, in der ich mich bewegen kann, klein geworden ist: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“

 

Amen.

 

Das Lied: „Meinem Gott gehört die Welt“ (EG 408, 1-6) können Sie nun singen und sich dabei vom kleinen Chor unterstützen lassen.

 

Sich und die Welt Gott anvertrauen

 

Fürbitten – Die Anwesenden können reihum eine Fürbitte lesen.

 

Gott, ich zünde eine Kerze an...

...für alle, die sich heute Nacht einsam fühlten

...für alle, die Angst haben

...für alle, die sich um geliebte Menschen sorgen

...für alle, die jemanden in diesen Zeiten verloren haben und ihn jetzt nicht im Sterben oder auf dem letzten Weg begleiten durften

...für alle Kranken

...für alle Pfleger und Ärztinnen

...für alle die weiter arbeiten gehen, damit unser System nicht zusammen bricht

...für alle, die zu Hause bleiben, damit unser System nicht zusammenbricht

…für alle, die hier und weltweit leiden

            an Hunger und Armut,

            an fehlender Bildung und Arbeit,

            an unhaltbaren Zuständen in Lagern und als Flüchtlinge.

 

Wir sind verbunden mit allen, die sich an dich wenden, Gott, 

und deine Nähe brauchen. Sei und bleibe du bei uns.

 

So beten wir gemeinsam das Gebet, das Jesus uns anvertraut hat:

Alle: Vater unser im Himmel...

 

Mit Gott gehen

 

Das Lied: „Komm, Herr, segne uns“ (EG 170, 1-4) können Sie zum Schluss singen und sich dabei vom kleinen Chor unterstützen lassen.

 

Segen

Es segne uns der gekreuzigte und auferstandene Herr – Jesus Christus,

der sich in die Stille der Wüste zurückzog

der in der Welt von Gottes Liebe erzählte

der durch Leid und Tod ging und sie für uns überwand

der uns treu und liebend begleitet auch durch diese Zeit.

 

So segne uns der dreieinige Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Alle: Amen

 

Musik zum Ausgang von unserem kleinen Ensemble können Sie zum Schluss hier hören.