Kindergottesdienst im Livestream …

 

Viele Kinder (und Erwachsene) würden am Sonntag zum Gottesdienst gehen. Wegen der Corona-Krise dürfen wir allerdings nicht mehr zusammenkommen. Das ist eine seltsame und schwierige Situation.

Wir wollen alle herzlich einladen, sonntags um 10 Uhr einen Gottesdienst übers Internet live mitzufeiern. Das wird anders sein als sonst. Aber wir sind auf diese Weise doch miteinander und mit Gott (!) verbunden.

https://www.kinderkirche-wuerttemberg.de/kindergottesdienst-im-livestream

 

Damaris Langfeldt in Lauchheim wird jede Woche Material und Leseliturgie (PDFs) für Kinder und Familien hochladen:

www.lauchheim-westhausen-evangelisch.de/

 

 


10.05.2020 / Kantate - Ein Gottesdienst für Zuhause

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Ein Gottesdienst für Zuhause am Sonntag Cantate, 10.05.2020
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Musik zum Eingang - Tut mir auf die schöne Pforte (EG 166)

 

Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

G: Amen 

 

Wie schön, dass wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern können! Wie schön, dass wir uns dazu real versammeln können in der Aalener Stadtkirche St. Nikolaus. Herzlich willkommen, liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden, liebe Gemeinde!

 

Katja: Ja, heute hätte gerne die zweite Gruppe hier ihre Konfirmation gefeiert. Gerne wären wir Konfirmandinnen und Konfirmanden zusammen mit der Pfarrerin feierlich eingezogen und hatten später den Segen empfangen.

Nun ist das auf den 27. September verschoben. Wir freuen uns auf diesen Tag dann. Jetzt haben wir eine umso längere Zeit der Vorfreude. Einige von uns gestalten Elemente des Gottesdienstes heute mit, wie an der Konfirmation dann auch.

 

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder (Ps 98, 1)

Unter diesem Schriftwort steht der heutige Sonntag Kantate.

 

Wir beten mit Worten des 121. Psalms (EG 749).

 

Lasst uns beten:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.

Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom Herrn,

der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,

und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.

Der Herr behütet dich;

der Herr ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche

noch der Mond des Nachts.

Der Herr behüte dich vor allem Übel,

er behüte deine Seele.

Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang

von nun an bis in Ewigkeit!

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 

 

Wir beten weiter.

Lieber Gott und Vater,

wie sehr haben wir uns auf diesen Tag gefreut. 

Überall im Lande wären heute wieder Konfirmationen. 

Leider sind sie verschoben.

Auch viele andere Dinge sind durch die Corona-Maßnahmen eingeschränkt.

Teils ergibt das schwerwiegende Folgen.

Hilf, dass die Leute einen Weg finden, damit umzugehen.

Hilf, dass unsere Gedanken nun frei werden,

von allem, was uns belastet und beschäftigt,

was wir mitbringen aus den vergangenen Tagen,

damit wir uns auf dich und das, was du uns sagen willst, ganz einlassen können.

Danke, dass wir zum Gottesdienst kommen können.

 

Höre uns, wenn wir uns in der Stille an dich wenden.

 

Stille

 

Wirf Dein Anliegen auf den Herrn, 

denn er ist hier, er ist nicht fern, 

denn er ist auferstanden. Amen.

Wir hören die Schriftlesung aus dem 2. Chronikbuch, 2-5.12-14. Sie ist zugleich der Predigttext für den heutigen Sonntag Cantate.  

 

2) Da versammelte Salomo alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.

3) Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist.

4) Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf

5) und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.

12) und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.

13) Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: "Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig", da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des HERRN,

14) sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

 

Herr, segne dein Wort an uns allen. Amen.

 

Lied: „Lob Gott getrost mit Singen“ (EG 243

 

Es ist ein Privileg, liebe Schwestern und Brüder, sich als Gemeinde im Haus Gottes versammeln zu dürfen. Jetzt in dieser Corona-Zeit merken wir das besonders. Zwar meinte neulich jemand, die Religionsfreiheit sei ja nicht eingeschränkt (in Klammer: gewesen), aber da die Versammlungsfreiheit doch ziemlich eingeschränkt wurde, was hieß: keine Gottesdienste in der Kirche, empfand ich es deutlich so.

 

Es ist ein Privileg, sich als Gemeinde im Haus Gottes versammeln zu dürfen. Und ich meine das nicht nur von der rechtlichen Seite her.

 

Es ist auch ein Privileg von Gott her, ein Recht, das er uns ermöglicht, dass wir zu ihm kommen, uns gewissermaßen mit ihm  treffen können.

Er ist kein ferner Gott, sondern nah für uns da. Darum ging es oft im Konfi.

 

In unserer Schriftlesung vorhin, die zugleich der Predigttext für heute ist – neu aufgenommen in die Perikopenreihe – wird beschrieben, wie das Volk Israel damals den Tempel eingeweiht hat. Das wandernde Gottesvolk hat die Bundeslade, den großen Kasten mit den steinernen Tafeln der Zehn Gebote drin – Ihr erinnert Euch – immer mit sich herum getragen, in all den Jahren auf dem Weg, durch die Wüste und nun fand die Bundeslade im Allerheiligsten, im Innersten des Tempels ihren dauerhaften Platz. Samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät für die Gottesdienste wird sie in den Tempel zum Altar gebracht in einer ganz feierlichen Zeremonie, die der König Salomo angesetzt hatte, so wird es erzählt im 2. Chronikbuch.

 

Zum feierlichen Einzug sind viele Leute versammelt, die Obersten des Volkes und die Priester und Leviten, die, die im Tempel Dienst tun für Gott: singen, beten, Heilige Texte lesen. Und an diesem besonderen Tag sind auch ganz viele Musiker und Instrumentalisten versammelt. Darum ist der Text für den heutigen Sonntag Cantate = Singet ausgewählt worden.

 

Von den 12 Stämmen Israels ist der Stamm Levi (darum auch Leviten) besonders für den Tempeldienst bestimmt. Und es sind besonders viele musikalische Leute darunter, eine musikalische Familie.

 

12) und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit [Kleidung aus] feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen

 

Wow – ein richtig großer Chor und Orchester sind da! In unserem Konfi-Jahrgang sind ziemlich viele musikalische Leute. Ihr habt auch schon eine ganze Menge Chor-, Orchester und Auftrittserfahrung. Klar, ihr wisst auch, dass das jede Menge Mühe und Probenarbeit kostet, – das wissen auch Eure Familien, bis so ein Konzert aufführungsreif ist. Und unser Kantor und seine Leute wissen das auch. Aber dann freut man sich darauf und ist gespannt auf den Augenblick, wo es losgeht, wo der Einsatz gegeben wird.

 

Die Leviten damals im Tempel scheinen es auf den Punkt genau hinbekommen zu haben, wie es sich jeder Dirigent und jede Konzertmeisterin erträumt:

 

13) Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: "Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig", da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des HERRN,

14) sodass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

 

Es müssen ganz mystische Momente und ein ganz wunderbares Erlebnis gewesen sein: So viele Mitspielerinnen und Sänger da auch waren: Kein Missklang, sondern wie mit einer Stimme, aus einem Guss, alle Stimmen vereinen sich, absolute Harmonie, einfach himmlisch. Da ist Gott: „Der du thronst über den Lobgesängen Israels“, heißt es in Psalm 22, 3

 

Und der ganze Klang dient nicht dazu, den Hörern und Tempelbesucherinnen ein schönes Konzerterlebnis zu bescheren, sondern um Gottes Ankunft vorzubereiten und Gott zu loben.

 

Trompeten, Zimbeln und Saitenspiel sollen mit den Stimmen sich vereinen, um den Herrn, um Gott zu preisen:

 

"Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig",

 

und als Gott kommt, als er spürbar da ist, ist er so präsent, ist er so voll da, dass alles von ihm erfüllt ist und die Priester nicht zu ihrem Dienst herkommen können! 

Vielleicht wollten sie das Weihrauchfass schwenken, ein Opfer bringen, ein Gebet oder ein Lied. Aber das geht nicht. Denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

 

Es ist darin so viel von Gott, von seiner Kawod, von seiner Schwere, Güte und Herrlichkeit zu spüren, dass nichts mehr Weiteres hineinpasst.

 

Was für eine Vorstellung! Gott ist so groß und herrlich, dass es darüber hinaus nichts braucht. Er füllt alles aus.

 

Vielleicht zeigt Gott damit: Auf einen Platz festlegen kann und will ich mich nicht. Ich möchte mich verteilen in der Welt, verströmen, verbreiten, im Klang, in der Stimme, im Wort, im Licht, in der Wärme, in der Sonne und im Sternenfunkeln anwesend sein. Überall.

 

Die Israeliten wollten unbedingt auch einen Ort haben, an dem sie ihren Gott verehren und anbeten konnten, wie ihre Nachbarvölker, wie wir Menschen so gern einen Ort haben, wo wir denken: Da ist er, das gibt mir Sicherheit, wenn ich dort bin, hört er mich, beschützt er mich. Da ist er sicher zu finden.

 

Aber vielleicht zeigt Gott damit auch: Es wäre viel zu viel für euch Menschen, wenn ich ganz da bin an einem Ort. Dafür seid ihr zu klein als geschaffene Wesen, das haltet ihr nicht aus, das könnt ihr nicht fassen.

 

Und ich bin Gott und das heißt auch: Ich lasse mich nicht festlegen. Ich bin Gott - und ich bin frei.

 

Ich zeige mich euch gerne, ich lasse mich spüren und sehen, dass ihr wisst, dass es mich gibt. Aber festlegen auf einen Ort, auf eine Konfession, auf eine religiöse Praxis, das lasse ich mich nicht.

 

Trotzdem will ich mich von euch finden lassen, verheißt Gott, jeder neuen Generation, jedem Konfi-Jahrgang, den Kindern einer Religruppe oder Jungschar, den Eltern und Großeltern, den Paten und Erzieherinnen, den Relilehrern.

 

Ihr könnt mich finden,

  • wenn ihr in den Geschichten der Bibel von mir hört und erzählt
  • wenn ihr still werdet vor mir
  • wenn ihr begreift, wie ich in Jesus Christus mit euch Menschen umgegangen bin und wie ich mich zeige in den Menschen, die jetzt in der Corona-Krise für andere da sind, Liebe und Hoffnung weitergeben in kleinen Gesten, Menschen, die für einander da sind, nicht die Geduld verlieren, nicht die Aufmerksamkeit, nicht die Hoffnung.

Ich will mich immer wieder von euch finden lassen, sagt Gott,

  • indem ihr eure Sehnsucht und Träume nicht begrabt im Erwachsenwerden, sondern daran festhaltet
  • indem ihr mich eure Vielstimmigkeit zu einer Stimme zusammenfügen lasst in meiner Anwesenheit,
  • wenn aus eurer Klasse eine Gemeinschaft wird, aus eurer Gruppe, aus eurem Betrieb
  • wenn ihr Glaube, Hoffnung und Liebe weitertragt, auch wo sie ganz klein geworden sind.

Denn von mir und meiner Präsenz auch draußen dürft ihr euch trösten lassen, aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. So wie es jede Konfirmation als Stärkung verheißt.

 

Lied: „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ (NL 116) 

 

Fürbitten 

 

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden hatten bereits ihre Konfirmationssprüche ausgewählt. Sie hängen hinten über dem Gestühl zum Nachlesen. Viele davon enthalten einen Zuspruch oder sind wie ein Gebet. Darum beziehen wir die Konfirmationssprüche in die Fürbitten ein.

 

Zwischen unseren Fürbitten rufen wir: Herr, erbarme dich!

 

    1) Gott, 

du bist wie ein herzlicher Vater, wie eine geduldige Mutter.

Sei und bleibe bei den Säuglingen und kleinen Kindern,

hilf den Eltern, die überfordert sind.

Sei bei allen, die in ihren Wohnungen wenig Platz,

aber viele Sorgen und Nöte haben.

Hilf allen, die einen Rückzugsraum und Ruhe brauchen.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

    2) Gott,

Wir bitten dich für die,

die jetzt umso mehr zu tun haben, 

die viel arbeiten müssen,

für alle, die große Verantwortung tragen,

die Entscheidungen treffen müssen,

die sich auf viele Menschen auswirken.

Wir bitten dich auch für die,

die nicht viel zu melden haben.

Hilf denen, die am Rand stehen, 

die ausgegrenzt werden,

die leicht vergessen werden, 

die uns aber nicht egal sein dürfen.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

    3) Du bist ein Gott, der Kinder mag.

Wir bitten Dich für uns junge Menschen, 

dass wir in der Kirche einen Platz finden, 

dass wir mit unseren Bedürfnissen und Wünschen vorkommen.

Gott, hilf uns, nach dir zu fragen.

Lass uns bei dir beschützt und geborgen sein, wie es heißt:

„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ 

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

    4) Gott, 

mit dir und lieben Menschen an der Seite

kann ich mich selber kennenlernen, mich selber finden,

meinen Stil, meine Gefühle erkennen und ausdrücken.

Hilf mir, dass ich mich selber mag.

Auf diese Weise möchte ich nach deinem Willen leben:

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ und dich Gott, lieben von ganzem Herzen.

Lass die Kirche dafür ein Zuhause sein.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

    5) Wir bitten dich heute für Mamas und Papas,

für Kinder und Enkel, Großeltern und Familien.

Schenke den Generationen ein gutes Miteinander.

Sei bei den Familien und lass dann die Feste und auch die Konfirmation gelingen.

Versöhne du, wo Streit ist.

Lass uns Schritte aufeinander zu wagen.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

    6) Gott des Friedens,

lass uns unseren Beitrag leisten, 

damit in unserer Stadt, in unserem Land 

Friede und Gerechtigkeit herrschen.

Danke, dass wir hier seit 75 Jahren im Frieden leben dürfen!

Schenk uns Mut und Ausdauer, 

für Freiheit und Demokratie einzutreten.

Hilf uns, den Mund aufzumachen, wo sie gefährdet sind,

wo Menschen gemobbt und bedroht werden,

wo Hass, Neid und Arroganz aufkommen wollen.

Lass uns hartnäckig und gewaltlos dagegenhalten,

getragen von deiner Liebe und Hoffnung.

Wir rufen zu Dir, Gott: Herr, erbarme dich!

 

    7) Gott,

wir bitten dich für die Menschen, die einsam sind,

für die, die Pflege brauchen und die, die andere pflegen,

für alle Kranken und Sterbenden,

für die, die traurig oder verzweifelt sind,

für die, die um ihre Arbeit und Arbeitsplatz bangen,

für alle, die Sorgen um die Zukunft haben,

für alle, die aus ihrer Heimat wegmussten,

für die, die fremd sind, für die, bei denen alles anders ist.

Schenk ihnen eine neue Perspektive.

Gib ihnen Zuversicht und neue Kraft.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

    8) Gott,

wir bitten dich für alle, die an der Überwindung der Corona-Krise mitwirken in Politik und Medien,

in Medizin und Wissenschaft,

bei der Entwicklung eines Impfstoffs,

bei unserer Versorgung.

Lass uns dabei nicht nur an uns, 

an Deutschland und Europa denken.

Du bist ein Gott, der alle Menschen und die ganze Welt liebt und es gilt für alle:

„Wer des Herrn Namen anrufen wird, der soll errettet werden.“ (Römer 10,13)

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

    9) Gott,

Du rettest uns und schenkst einen neuen Anfang,

damit die Zukunft offen ist für das Gute.

Jederzeit ist das bei dir möglich und auch,

wo wir nur noch das Ende sehen.

Auch am Ende schaffst du das Leben neu.

Wir denken vor Dir auch an Frau Erika Lütke, geb. Gensmantel. Sie hat im Albstift gewohnt und ist 93 Jahre alt geworden und an Herrn Hans-Peter Dieterich. Er hat im Samariterstift gewohnt und ist 85 Jahre alt geworden.

Wir haben beide in der vergangenen Woche auf dem Friedhof kirchlich beigesetzt. Umfange sie mit deiner Liebe und schenke ihnen ewiges Leben in deiner himmlischen Herrlichkeit. 

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Alle: Vater unser im Himmel

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Lied: „Sei behütet auf deinen Wegen“ (NL 189, 1-3)

 

Segen

 

Der Herr segnet Dich und behütet Dich.

Der Herr lässt sein Angesicht leuchten über Dir 

und ist Dir gnädig.

Der Herr erhebt sein Angesicht auf Dich 

und schenkt Dir Frieden. 

 

Alle: Amen.

 

Musik zum Ausgang

 

Vielleicht haben auch andere Menschen Interesse an dem kleinen Andachtsblatt? Wir schicken es auf Wunsch gerne zu. 

 

Da wir jetzt wieder Gottesdienste in der Stadtkirche feiern können, war dies bis auf weiteres das letzte Mal, dass wir den Gottesdienst auch in dieser schriftlicher Form verbreiten.

 

Ein ganz herzlicher Dank gilt den Konfirmandinnen und Konfirmanden, den Kirchengemeinderäten, der Mesnerin und dem Mesner sowie dem Ensemble Cantabile und KMD Thomas Haller für die Musik.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche! 

Ihre Pfarrerin Caroline Bender 

 


03.05.2020 / Jubilate - Ein Gottesdienst für Zuhause

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Ein Gottesdienst für Zuhause am Sonntag Jubilate, 03.05.2020
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Musik zum Eingang

 

Sich einfinden und Gott zuwenden

 

Herzlich willkommen heute Morgen zum Gottesdienst! 

 

Noch immer bin ich fast alleine in der Stadtkirche, aber das wird sich ja bald ändern und wir werden wieder hier in der Kirche zusammenkommen können.

 

Wir sind im Wonnemonat Mai angekommen, der ja ganz arg lieblich sein kann, wie wir gleich singen werden. Ob es in Corona-Zeiten ein echter Wonnemonat werden wird, das muss sich erst noch zeigen, aber fürs Kirchenjahr viel wichtiger ist, dass wir heute den Sonntag Jubilate feiern. Jauchzet, jubelt, freut euch! 

 

Das wollen wir heute auch tun, selbst wenn uns manche Sorgen nicht loslassen und es uns in diesen Tagen vielleicht überhaupt nicht zum Jubeln ist. Aber der Sonntag hat seinen Namen als einer, der uns drei Wochen nach Ostern neu an die Auferstehung Jesu erinnert, an den Sieg des Lebens über den Tod, und das gibt uns auch heute Grund zum Jubeln.

Nicht zum Jubeln ist die Tatsache, dass wir derzeit in der Stadtkirche keinen Strom haben. Dringende Reparaturarbeiten werden durchgeführt. Aber keinen Strom brauchen das Cembalo und die Flöte. Daher danken wir Dietlinde Fuchs und Thomas Haller, die heute für die festliche Musik sorgen.

 

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur. Das Alte ist vergangen. Siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5, 17)

Unter diesem Schriftwort steht der heutige Sonntag Jubilate.

 

Lied: „Wie lieblich ist der Maien“ (EG 501, 1-4) 

 

Wir beten mit Worten des 71. Psalms (EG 732).

 

Herr, ich traue auf dich,

lass mich nimmermehr zuschanden werden.

Errette mich durch deine Gerechtigkeit und hilf mir heraus,

neige deine Ohren zu mir und hilf mir!

Sei mir ein starker Hort, zu dem ich immer fliehen kann,

der du zugesagt hast, mir zu helfen;

denn du bist meine Zuversicht, Herr, mein Gott,

meine Hoffnung von meiner Jugend an.

Verwirf mich nicht in meinem Alter,

verlass mich nicht, wenn ich schwach werde.

Du lässest mich erfahren viele und große Angst

und tröstest mich wieder.

Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast,

sollen fröhlich sein und dir lobsingen.

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Amen.

 

Wir beten weiter.

Unser Morgengebet steige auf zu Dir 

und es senke sich auf uns herab Dein Erbarmen. 

Dein ist die Nacht, und dein ist der neue Tag, der nun beginnt. 

Du hast uns durch die zurückliegende Woche geführt, 

warst bei uns in schönen wie in schweren Stunden, 

in glücklichen wie in traurigen Situationen. 

Dir vertrauen wir unser Leben an. 

 

Leite uns und schließe uns Dein Wort auf, 

dass wir Halt und Orientierung, 

Trost und Klarheit bekommen 

und der Weg in die neue Woche gelingen kann. Amen.

 

Wir beten weiter in der Stille 

und bringen unsere persönlichen Anliegen vor Gott.

 

Stille

 

Herr, du erhörst Gebete. Rede du jetzt zu uns. Amen.

 

Sich von Gott ansprechen lassen

 

Wir hören die Schriftlesung aus dem Johannesevangelium. Es ist der Predigttext für den heutigen Sonntag Jubilate.  

 

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.

Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; 

und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, 

so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. 

Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; 

denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben 

und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, 

werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt

und werdet meine Jünger.

 

Unser Herr segne dieses sein Wort an uns allen. Amen.

 

Lasst uns gemeinsam unseren Glauben bekennen 

und das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen (EG 686):

 

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen.

 

Lied: „Mit Freuden zart zu dieser Fahrt“ (EG 108, 1-3

 

Ansprache

Liebe Gemeinde,

 

es gibt wohl kaum einen Monat im Jahr, der uns so viel Freude macht wie der Mai. Da brauchen wir nur in den Garten zu gehen oder einen Spaziergang durch das Feld zu machen. Auch wenn der Regen ganz arg fehlt, so wächst es doch, grünt und blüht überall. Aber es gibt natürlich auch das umgekehrte Bild. Das kann man nach so manchem Fest beobachten, wenn bei den aufgestellten Birkenbäumchen nach einigen Tagen die Blätter welken und verdorren. Oder wir stellen einen blühenden Kirschzweig in eine Vase, auch der beginnt nach einigen Tagen zu welken und ist keine Augenweide mehr. 

 

Und woran liegt das? Was macht den Unterschied aus? Eigentlich ganz einfach: in dem Augenblick, wo ich einen Zweig vom Baum abschneide, da kann der in der Vase noch eine Weile blühen, vielleicht blüht er sogar viel schneller als am Baum, Aber in dem Moment, wo er abgeschnitten ist, steckt der Tod in diesem Zweig. 

 

Er wird zwar noch kurze Zeit blühen, aber Früchte wird es an diesem Zweig mit Sicherheit nicht geben. Weil dieser Zweig abgeschnitten ist, kann der Lebenssaft des Baumes nicht mehr durch ihn strömen, dann stirbt er ab und bringt keine Frucht.

 

Und genau dieses Bild gebraucht Jesus im Evangelium für die Menschen. Da geht es um einen Weinstock und seine Rebzweige. Jesus sagt: Du hast die Wahl, als Christ ein blühender Zweig zu sein, der Früchte trägt und an dem jeder seine Freude hat, oder du kannst ein verdorrter Zweig sein, der zu nichts mehr nütze ist, den man dann abschneidet und wegwirft.

 

Und auch hier die Frage, liebe Gemeinde: Wo liegt der Unterschied? Der Unterschied liegt darin, ob ein Mensch mit Christus verbunden ist oder nicht. Das Bild vom Weinstock und seinen Reben lässt uns an Menschen aus unserem Leben erinnern, wo es eine Freude ist, mit ihnen zusammen zu sein. 

 

Das sind Menschen, die mit ihrer liebenswürdigen Art andere ermutigen und ihnen das Leben erträglicher machen. Das sind Menschen, in denen der Geist Jesu lebendig ist wie bei einer Mutter Teresa, die lebte und praktizierte, was sie einmal sagte: „Ein Mensch muss glücklicher von dir weggehen als er gekommen ist.“

 

Bleiben wir bei der Rebe, mit der uns Jesus vergleicht. Eine Beere soll schmecken, sie soll eine gewisse Süße haben. Das Ziel eines Christen kann darum nur heißen: meine Nähe muss als angenehm und einladend erfahren werden, als aufbauend und ermutigend. Mit einem Wort: Du musst für die anderen schmackhaft sein. Dies aber ist nur möglich, wenn du am Weinstock bleibst, damit die Liebe Gottes wirklich und richtig durch dich fließen kann und dich dadurch letztlich auch reifen lässt. 

 

Christen mit einem griesgrämigen und verbissenen Gesicht, denen ihr Christsein mehr Pflicht als Freude zu sein scheint, die werden es sehr schwer haben und kaum schaffen, anderen etwas von der frohen Botschaft vermitteln zu können, aus der sie angeblich leben. Sie gleichen wirklich nicht den süßen Trauben, eher den sauren und vertrockneten Beeren, die aber schmecken nicht. Saure Beeren spuckt man aus. 

 

Als Weintraube, sagt Jesus, kann man nicht reif werden, wenn man den Lebensstrom der Liebe Gottes nicht immer wieder in sich einlässt. Wer das tut, der versauert. Und wenn eine Rebe vom Weinstock abgeschnitten wird und dadurch die Verbindung mit dem Weinstock verliert, wird sie verdorren. 

 

Genauso wie ein Christ mit dem Weinstock Jesus verbunden bleiben muss, wenn er sein Christsein überzeugend leben. Denn getrennt von Gott wird unser Glaube, unser Vertrauen und unsere Hoffnung eingehen und verdorren.

 

Nun ist aber „mit Jesus verbunden bleiben“ nicht gemeint, dass man sonntags eine Stunde in die Kirche geht oder zuhause diese anschaut, das wäre viel zu wenig. Christen, die für ihr religiöses Leben nicht mehr tun, und heute gibt es viele, die noch weniger dafür tun, brauchen sich nicht zu wundern, wenn sich ihr Christsein für andere so mickrig darstellt. 

 

Ein Zweig kann ja auch nicht sagen: Ich bin jede Woche eine Stunde am Baum und da sauge ich mir dann genügend raus, dass es mir wieder für die Woche reicht oder so ähnlich. Nein, es geht hier um eine dauerhafte Verbundenheit mit Jesus. Aber wie macht man das: in Jesus bleiben? Wie kann so etwas ganz praktisch aussehen?

 

Eine wichtige Antwort finden wir heute im Predigttext: Denn Jesus sagt: „Ihr bleibt in mir, wenn meine Worte in Euch bleiben.“ Damit ist keinesfalls gemeint, dass wir den ganzen Tag mit der Bibel herumlaufen müssen, um ständig in ihr zu lesen. 

Nein, sondern hier geht es vielmehr um die Frage: Wie kann das Wort Gottes unser Leben nachhaltig prägen? Das hat dann aber nicht zur Folge, dass ich viele Bibelworte auswendig kann, sondern es geht darum, sich anrühren zu lassen von einem Wort, das einen dann beschäftigt, das man mit sich trägt, das einen nicht loslässt, sondern das einen immer begleitet und man überlegt: Was will dieses Wort mir sagen?

 

So denke ich in diesen Tagen vor dem 8. Mai immer wieder an das Wort Jesu aus den Seligpreisungen: Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen (Mt 5, 9).

 

Am 8. Mai sind es 75 Jahre, dass die deutsche Wehrmacht kapituliert hat, und seither haben wir Frieden in Deutschland. Ein großartiges Geschenk - wie ich finde - wir werden es auch am Mahnmal an der Schillerhöhe am Freitag um 18 Uhr feierlich begehen. 

Und das ist ein weltlicher Anlass, aber mich treibt als Kind der Nachkriegsgeneration, der ich diesen schrecklichen Krieg nur aus Erzählungen kenne, schon immer wieder auch dieses Wort aus den Seligpreisungen um. 

 

Der Friede fällt nicht nur vom Himmel, er ist ein Geschenk Gottes, aber jeden Tag muss uns dieses Geschenk eine Verpflichtung sein und darf nie selbstverständlich werden. Für den Frieden muss gekämpft werden, muss man sich einsetzen, im Glauben an den Friedensstifter Jesus Christus, der Versöhnung gestiftet hat, müssen wir versöhnend als Friedensstifter auf Erden tätig sein, immer wieder und unermüdlich.

 

Und ich denke, so wie ein Winzer weiß, dass Trauben lange Zeit brauchen, bis sie ausgereift sind, so weiß auch Gott, dass er bei uns Menschen nichts überstürzen darf. Trauben brauchen Sonnenschein, Wind, Regen, einen guten Ackerboden und eben viel Zeit. 

 

Wenn es darum geht, sein Leben in Verantwortung vor Gott zu leben, dann braucht es viel Geduld mit sich selbst, weil wir alle in diese Verantwortung erst langsam hineinwachsen müssen und weil der Glaube und das Vertrauen zu Gott mitunter ein ganz kleines Pflänzchen ist und nicht so schnell tief verwurzelt. 

 

Und da bin ich dann bei der für mich wichtigsten Aussage dieses Textes; fast nebensächlich klingt es, und doch so wichtig und notwendig: „Ich bin der Weinstock und ihr seid die Reben“, sagt Jesus (Joh 15, 5). „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der wird viel Frucht bringen, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“

 

Darauf wird es doch jeden Tag ankommen, dass Gottes Kraft, dass der Lebenssaft des Auferstandenen mich durchfließt und durchdringt, so dass mich seine Gegenwart anrührt und in Bewegung bringt, aufstehen lässt auch gegen Zweifel und Resignation. Viele Menschen sagen heute, dass sie Gott nicht brauchen und dass sie ihr Leben selber hinbekommen. Das ist sehr vordergründig und oberflächlich gedacht. 

 

Ich selber spüre oft, wie die Kraft nachlässt, wie die Ausdauer abhanden kommt und ich dann wieder zur Ruhe kommen und mich neu stärken lassen muss, den Lebenssaft Jesu wieder neu durch mich hindurchfließen lassen muss, so dass ich wieder zu Kräften komme und Schritte in der Nachfolge wagen kann. Ohne ihn, den gekreuzigten und auferstanden Herrn können wir nichts tun.

 

Er richtet uns auf. Er gibt unserem Leben Halt und Orientierung. Er lässt uns als Christenmenschen unsere Verantwortung wahrnehmen. Er ist der Weinstock und wir sind die Reben, wie tröstlich, wie befreiend, wie sinnstiftend und Orientierung schenkend. Ohne ihn können, ohne ihn brauchen wir auch nichts tun. 

 

Möge die Kraft seiner Auferstehung uns immer wieder neu stärken und auf den Weg bringen. Möge die Verbindung zu ihm unser Leben begleiten und prägen. Amen.

 

 

Lied: „Bei dir, Jesu, will ich bleiben“ (EG 406, 1-3

 

Sich und die Welt Gott anvertrauen

 

Fürbitten 

Herr, unser Gott,

wie gut, dass wir mit Dir verbunden bleiben. 

Wie gut, dass wir von der Kraft Deiner Auferstehung leben, 

in allen Krisen und Notsituationen, 

in allen Zweifeln und Ungereimtheiten, 

in allen Anfechtungen und Gefährdungen.

 

So befehlen wir Dir heute ganz besonders alle, 

die ihr Leben nicht mehr selbständig bewältigen können, 

die fremde Hilfe brauchen, 

die pflegebedürftig sind, 

die Trost benötigen.

 

Lass sie mit Dir als dem Weinstock ihres Lebens verbunden bleiben. 

Lass von der Kraft Deiner Auferstehung neuen Lebenssaft in sie strömen und ihrem Leben neue Hoffnung geben.

Sei mit allen, die zweifeln und verzweifeln, 

die vereinsamen und mit ihrer Situation überfordert sind. 

Sei mit uns allen, die wir uns nach einem 

wieder einigermaßen normalen Leben sehnen.

 

Lass Jubilate zu einer Grundmelodie unseres Lebens werden. 

Auch wenn es uns nicht immer zum Jubeln zumute ist. 

Aber Dich an unserer Seite zu wissen, 

das macht uns Mut, das stärkt uns, 

das gibt unserem Leben Halt und Sinn. 

Amen.

 

Wir fassen alle unsere Anliegen zusammen 

in dem Gebet unseres Herrn.

 

Alle: Vater unser im Himmel

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Mit Gott gehen

 

Lied: „Sei behütet auf deinen Wegen“ (NL 189, 1-3

 

 

 

Segen

 

Gehet in den Sonntag und in eine neue Woche mit dem Segen unseres Herrn:

 

Der Herr segnet Dich und behütet Dich.

Der Herr lässt sein Angesicht leuchten über Dir und ist Dir gnädig.

Der Herr erhebt sein Angesicht auf Dich und schenkt Dir Frieden. 

 

Alle: Amen.

 

Musik zum Ausgang

 

 

Vielleicht haben auch andere Menschen Interesse an dem kleinen Andachtsblatt? Wir schicken es auf Wunsch gerne zu. Und wenn Sie möchten, könnten Sie es anderen in den Briefkasten werfen mit einem kleinen persönlichen Gruß.

 

Ganz herzlichen Dank an Dietlinde Fuchs, Querflöte und KMD Thomas Haller für die Musik und an den Techniker Sascha Bauer.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche! 

 

Ihr Pfarrer Bernhard Richter 



26.04.2020 / Misericordias Domini - Ein Gottesdienst für Zuhause

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Ein Gottesdienst für Zuhause am Sonntag Misericordias Domini, 26.04.2020
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Musik zum Eingang

 

Sich einfinden und Gott zuwenden

 

Ich, Pfarrer Bernhard Richter, heiße Sie ganz herzlich willkommen heute Morgen zum Gottesdienst in der Stadtkirche:

 

Noch immer gilt das Gottesdienstverbot, noch immer dürfen wir uns nicht treffen, wir hoffen, dass es bald wieder anders wird und ich nicht in der leeren Stadtkirche bin, sondern Sie auch wieder persönlich begrüßen darf.

 

Heute bin ich auch nicht alleine, unser Techniker Sascha Bauer ist da, ohne den gäbe es diese Gottesdienste im Internet gar nicht, und heute sind noch zwei Konfirmanden mit dabei, Lars Rieger und Thomas Hartmann, die eigentlich heute Konfirmation hätten und mit mir und 14 anderen jungen Leuten eingezogen wären in die Kirche, nun aber mit mir zusammen ein bisschen traurig sind, dass heute keine Konfirmation hier stattfindet.

 

Lars/Thomas:

 

Guten Morgen! Wir grüßen die Gemeinde, aber auch unsere Mitkonfirmandinnen und Mitkonfirmanden, unsere Eltern, Paten und Familien. Wir wollten Euch heute hier in der Stadtkirche zu unserem Fest begrüßen. Bis 11. März hatten wir Konfe und haben uns auf diesen Tag vorbereitet. Jetzt kann er wegen Corona nicht stattfinden, aber eine Botschaft haben wir für Euch alle:

 

Die Konfirmation fällt nicht aus, sie ist nur verschoben.

 

Christus spricht: „Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Joh 10, 11a.27-28a)

Unter diesem Schriftwort steht der heutige Sonntag Misericordias Domini

 

Lied: „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“ (EG 288, 1-5) 

 

Wir beten mit Worten des 23. Psalms.

 

Der Herr ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Amen.

 

Wir beten weiter.

Lieber Gott und Vater,

wie sehr haben wir uns auf diesen Tag gefreut. 

Überall im Lande wäre heute Konfirmation. 

Nun bitten wir dich, dass alle gut durch diese Krise kommen 

und wir im September unsere Konfirmation nachholen können. 

Behüte uns und lass uns heute an die denken, 

die krank sind und verzweifelt. 

Stärke uns durch Dein Wort. 

Sei uns nahe. Behüte uns. 

 

Wir beten weiter in der Stille:

 

Stille

 

Wirf Dein Anliegen auf den Herrn, 

denn er ist hier, er ist nicht fern, 

denn er ist auferstanden. Amen.

 

Sich von Gott ansprechen lassen

 

Lasst uns gemeinsam unseren Glauben bekennen 

und das Apostolische Glaubensbekenntnis sprechen (EG 686):

 

Ich glaube an Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,

empfangen durch den Heiligen Geist,

geboren von der Jungfrau Maria,

gelitten unter Pontius Pilatus,

gekreuzigt, gestorben und begraben,

hinabgestiegen in das Reich des Todes,

am dritten Tage auferstanden von den Toten,

aufgefahren in den Himmel;

er sitzt zur Rechten Gottes,

des allmächtigen Vaters;

von dort wird er kommen,

zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,

die heilige christliche Kirche,

Gemeinschaft der Heiligen,

Vergebung der Sünden,

Auferstehung der Toten

und das ewige Leben. Amen.

 

Das Glaubensbekenntnis ist im Konfirmandenunterricht neben Taufe, Abendmahl und den zehn Geboten ein zentrales Thema. 

Dabei geht es aber nicht nur um das Lernen dieses Bekenntnisses, sondern immer auch um die Frage, was hat das mit uns und unserem Leben zu tun. Was glaube ich? Wir haben im Konfe versucht, eigene Texte zu diesem Glaubensbekenntnis zu formulieren. Die wollten wir heute auch vortragen. 

Das ist auch verschoben, aber eine Kostprobe gibt es jetzt schon einmal:

 

Lars/Thomas:  

Was glaube ich?

Ich glaube, dass Gott Vater und Schöpfer meines Lebens ist. Auch Herrscher über Himmel und Erde, über Menschen und Tiere.                          Ich glaube, dass man immer jemanden hat, der einem verzeiht und die Schuld vergibt.

Ich glaube daran, dass Gott uns so mag, wie wir sind, und uns so akzeptiert, wie wir sind,

mit dem, was wir können, und mit dem, was wir nicht können.

So wie wir sind, liebt uns Gott.   

 

Was glaube ich?  

Ich glaube an Gott, dass er mir hilft, wenn ich traurig bin und mir neuen Mut schenkt. 

Ich glaube daran, dass er etwas Gutes in den Menschen bewirken kann.

Ich glaube daran, dass er etwas Großes in den Menschen bewirken kann.

Ich glaube, dass es Dinge gibt, die man akzeptieren muss und versuchen, mit ihnen klar zu kommen. Aber ich bin überzeugt, dass es Dinge gibt, für die man kämpfen kann, und letztendlich wird man sehen können, dass es sich gelohnt hat.

Ich glaube, dass das Leben von Gott gewollt ist, und er will, dass wir es genießen und glücklich sind.

Ich glaube, wir sollten öfters Dinge tun, die uns Spaß machen.

Ich glaube, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist, und wir sorgsam damit umgehen sollen.

Ich glaube an Gott und daran, dass das Leben wunderbar sein kann, wenn wir nur den Mut haben, es so zu gestalten.                                        Und ich glaube auch, dass der Tod nicht das Ende sein wird.     

 

Lied: „Ich möcht, dass einer mit mir geht“ (EG 209, 1-4

 

Wir hören die Schriftlesung aus dem 1. Petrusbrief 2, 21-25. Es ist der Predigttext für den heutigen Sonntag Misericordias Domini.  

  

Denn dazu seid Ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und ein Vorbild hinterlassen, dass Ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand, der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; der unsere Sünden selbst hinausgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid Ihr heil geworden. Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof seiner Seelen.

 

Unser Herr segne dieses sein Wort an uns allen. Amen.

 

Lied: „Erstanden ist der Heilig Christ“ (EG 105, 1-3) 

 


Ansprache

Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden, liebe Gemeinde,

 

jetzt will ich doch verraten, was ich heute vorgehabt hätte, wenn tatsächlich Konfirmation gewesen wäre. Mit der Konfirmandengruppe und mir wäre Herr Thiess vom Sofienhof mit eingezogen in die Kirche. Und er hätte eines seiner Schafe mitgebracht, wahrscheinlich ein kleines und auf dem Arm. 

 

Aber es ist heute der Hirtensonntag und kein anderes Bild prägt die biblische Botschaft und das Wirken Jesu mehr als das Bild vom guten Hirten. „Der Herr ist mein Hirte“ haben wir im 23. Psalm gebetet. Der Prophet Hesekiel warnt vor falschen Hirten und Jesus hat das Bild aufgegriffen und sich selber als guten Hirten bezeichnet. 

 

Und am Ende unseres Predigttextes aus dem 1. Petrusbrief heißt es: Ihr wart wie irrende Schafe: aber ihr seid nun umgekehrt zum Hirten und Bischof Eurer Seelen.

Das Bild vom guten Hirten ist ein prägendes Bild, auch wenn wir heute nicht mehr so viele Schafherden sehen wie früher. Was ist die Aufgabe eines Hirten? Das hätte ich gerne den Herrn Thiess vom Sofienhof gefragt. 

 

Weil ich nämlich finde, auch ich als Pfarrer bin so etwas wie ein Hirte, auch für meine Konfirmanden, auch wenn ich keinen als Schaf bezeichnen würde… Und alle, die Verantwortung, tragen, haben in irgendeiner Weise eine Hirtenfunkton, als Lehrer für die Schulklasse, als Unternehmer für die Mitarbeiter der Firma, als Kirchengemeinderat für eine Gemeinde, als Bürgermeister für meine Kommune, aber auch im Kleinen, als Gruppenleiter für eine Jungschar, für ein Frauenfrühstück, für einen Seniorenkreis und, und, und ...                                                     

Und die wichtige Frage an diesem Sonntag ist doch die: Werde ich meiner Verantwortung als Hirte gerecht? Und ich bin ehrlich, an der Konfirmation stelle ich mir diese Frage ganz besonders: Habe ich den jungen Menschen auch zu Glaube, Bibel und Gottes Wort geführt? Habe ich es als immer älter werdender Mensch wirklich geschafft, junge Leute für die Sache Jesu zu begeistern? 

 

Heute kann ich‘s ja ehrlich sagen, dass ich am Konfirmationssonntag oftmals schon eine echte Krise hatte. Zuerst ist man angespannt, ob alles gut geht, dann in der Regel erleichtert, dass alles gut gegangen ist, und dann kommt‘s über mich und ich denke: Du hast total versagt und bist den Kindern nicht gerecht geworden, du hast mit deiner Routine alles durchgezogen und bist viel zu wenig auf die Bedürfnisse der jungen Menschen eingegangen... oder so ähnlich. 

 

Ich bin schon davon überzeugt, dass es sich hier um eine wichtige Grundfrage unseres Zusammenlebens und unserer Verantwortung handelt. Wir haben es ja nicht mit unmündigen Schafen zu tun, die man mit einem Wachhund zusammentreibt und dann nicht mehr aus der Umzäunung lässt, sondern das sind Menschen in allen Altersgruppen, die Fragen haben, ihre Zweifel äußern dürfen, mit ihren Nöten und Krisen in der Kirche Beratung finden sollen. 

 

Sind wir wirklich immer gute Hirten in der Funktion, die wir haben, im Beruf, in der Familie, in der Gesellschaft? Sind wir gute Hirten gegenüber den Flüchtlingen, gegenüber denen, die im Gesundheitswesen in diesen Tagen alles geben und über sich hinauswachsen, sind wir gute Hirten in den politischen Entscheidungen einer Gemeinde, eines Landes, dieser Republik?    

 

Mir geht’s so, dass ich denke, das ist eine Aufgabe, die einen zeitlebens begleitet und auch nicht loslässt, auch nicht loslassen darf. Und wo man nicht selbstgefällig, sondern auch sehr selbstkritisch fragen muss: Bin ich ein guter Hirte? Habe ich alles und alle im Blick? Werde ich meiner Verantwortung auch wirklich gerecht?

 

Und dann haben wir ja als Christen nicht nur die Aufgabe, selber ein guter Hirte zu sein, sondern unser Tun und Handeln entspringt ja dem Glauben und Vertrauen in den guten Hirten Jesus Christus.

 

Der heutige Sonntag heißt ja eigentlich Misericordias Domini, also Erbarmen des Herrn. Und weil man das Erbarmen des Herrn in kein besseres Bild fassen konnte als in das vom guten Hirten, daher trägt dieser Sonntag eben auch den Namen Hirtensonntag. Weil wir zu seiner Herde gehören dürfen, weil wir - wie 1. Petrus sagt - nicht wie irrende Schafe orientierungslos sind, sondern wissen, was dieser gute Hirte für uns getan hat und jeden Tag tut, und wie sein Erbarmen mich trägt, mit meinen Fehlern, mit meinen Versäumnissen. 

 

Darum hat dieser gute Hirte alles getan, gelitten hat er, gestorben ist er, und auferstanden. So dass am Schluss das Erbarmen Gottes und das Leben siegt, Und die Vergebung.  Das wollte ich eigentlich auch den Konfirmanden in diesem Jahr des Unterrichtes vermitteln. Sie werden vieles vergessen, aber bitte das eine nicht: dass Gottes Erbarmen ihr Leben trägt und Gott als guter Hirte sie durchs Leben führen möge.  

 

getrost nach vorne schauen, und die nötigen Schritte in Verantwortung gehen, mit dem guten Hirten an unserer Seite, der uns Halt und Orientierung gibt, und uns führt und bewahrt, damit Leben gelingen kann.

Amen.  

 

 

Lied: „Lass uns in deinem Namen, Herr“ (NL 172, 1-4

 

Sich und die Welt Gott anvertrauen

 

Fürbitten 

 

Herr, unser Gott!

Wie gut, dass Du uns siehst und dass Du keinen von uns verloren gibst. 

Wie gut, dass wir mit Dir und Deiner Gegenwart rechnen dürfen, 

heute und an jedem Tag neu. 

Vor Dich bringen wir an diesem Morgen aber auch viele Menschen, 

die am Rande stehen, die leicht übersehen werden, 

an die niemand denkt, die uns aber auch nicht egal sein dürfen.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Wir bitten Dich für uns junge Menschen, dass wir in der Kirche einen Platz finden, dass wir Fragen stellen dürfen und mit unseren Wünschen und Anliegen Gehör finden.

Wir bitten Dich um Halt und Orientierung gerade für die, die in ihrem Leben keine Zukunft und keine Perspektive erkennen können.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Wir bitten Dich für uns, die wir heute Konfirmation feiern wollten 

und uns so sehr darauf gefreut haben. Bitte lass uns dieses Fest bald nachholen dürfen und lass es gelingen. 

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Wir bitten Dich für die alten Menschen in unseren Gemeinden, für die, 

die unter Einsamkeit leiden, für die, die pflegebedürftig sind, für die, 

die das Bett nicht mehr verlassen können,

dass sie nicht abgeschrieben und vergessen werden, und dass denen, 

die für sie sorgen, auch immer die nötige Kraft geschenkt wird.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Wir bitten Dich für die vielen Menschen, die in dieser Corona-Krise um ihren Arbeitsplatz bangen, ihn verloren haben und auch keine Stelle mehr finden, dass sie ihren Lebensmut nicht verlieren und sie wieder eine Perspektive für die Zukunft erhalten. Gib auch ihnen einen Halt in der Gemeinde und stärke sie in ihrer Not.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Wir bitten Dich für alle, die keinen Sinn mehr in ihrem Leben sehen, die aufgeben wollen, schenke ihnen Halt und Orientierung, Mut und Zuversicht, dass sie gebraucht werden und sich nicht überflüssig fühlen. 

Und schenke uns das richtige Verhalten, dass wir ihnen ein Stück Wegbegleiter sein können.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Wir bitten Dich für alle, die in Gemeinde und Kirche Verantwortung tragen, dass sie bei ihren Aufgaben und Entscheidungen aus Deinem Wort immer wieder neu Kraft schöpfen können. Wir bitten Dich auch für alle, die in diesen Tagen im Gesundheitswesen alles geben, ja oft weit über sich hinauswachsen, aber auch allen, die wissenschaftlich unterwegs sind und für Medikamente und einen Impfstoff gegen das Virus kämpfen. Und wir bitten auch für alle, die in der Politik als gute Hirten die richtigen Entscheidungen treffen.

Wir rufen zu Dir: Herr, erbarme dich!

 

Wir denken vor Dir auch an Anneliese Ackermann geb. Seidel, sie ist im Pflegeheim St. Elisabeth im Alter von 95 Jahren gestorben. Und an Gertrud Papke geb. Hutt, die im Alter von 97 Jahren im Pflegeheim in Schorndorf verstorben ist, aber viele Jahre in der Böhmerwaldstraße gewohnt hat. 

Wir haben beide in der vergangenen Woche auf dem Waldfriedhof kirchlich beigesetzt. Umfange sie mit deiner Liebe und schenke ihnen ewiges Leben in deiner himmlischen Herrlichkeit. Amen.

 

Wir fassen alle unsere Anliegen zusammen in dem Gebet, das uns Jesus selbst zu beten anvertraut hat.

 

Alle: Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Mit Gott gehen

 

Lied: „Nun danket alle Gott“ (EG 321, 1-3) 

 

Segen

Am Schluss möchte ich einfach allen Konfirmanden und ihren Familien sagen: Wenn irgend möglich - und der Kirchengemeinderat zustimmt - werden wir die richtige Konfirmation am Sonntag, 27. September feiern. Wir freuen uns darauf!

 

Gehet in den Sonntag und in die Woche und in alle Zukunft, die Gott uns schenken möge, unter der Gnade und dem Segen unseres Herrn:

 

Der Herr segnet Dich und behütet Dich.

Der Herr lässt sein Angesicht leuchten über Dir und ist Dir gnädig.

Der Herr erhebt sein Angesicht auf Dich und schenkt Dir Frieden. 

 

Alle: Amen.

 

Musik zum Ausgang

 

Vielleicht haben auch andere Menschen Interesse an dem kleinen Andachtsblatt? Wir schicken es auf Wunsch gerne zu. Und wenn Sie möchten, könnten Sie es anderen in den Briefkasten werfen mit einem kleinen persönlichen Gruß.

 

Ganz herzlichen Dank an KMD Thomas Haller für die Musik, den Konfirmanden Lars Rieger und Thomas Hartmann und an den Techniker Sascha Bauer.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche! 

Ihr Pfarrer Bernhard Richter 

 

 

 


19.04.2020 / Quasimodogeniti - Ein Gottesdienst für Zuhause

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Ein Gottesdienst für Zuhause an Quasimodogeniti, 19.04.2020
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Auch in Corona-Zeiten feiern wir Gottesdienst, nicht miteinander in der Kirche, aber im Glauben verbunden zu Hause.

 

Wir feiern ihn im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

 

„Gelobet sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus

Christus, der uns nach seiner großen

Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer

lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu

Christi von den Toten.“ (1.Petr 1, 3)

 

So lautet der Wochenspruch für die kommende Woche. In seinem Zeichen steht auch der heutige Sonntag Quasimodogeniti, der sich traditionell mit der Thematik der christlichen Wiedergeburt befasst: der Wiedergeburt aus und in Gott.

 

Lied: „Morgenglanz der Ewigkeit“ (EG 450, 1-5)

 

Wir beten mit Worten aus Psalm 116 (EG 746).

 

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;

Denn der Herr tut dir Gutes.

Denn Du hast meine Seele vom Tode errettet,

mein Auge von den Tränen,

meinen Fuß vom Gleiten.

Ich werde wandeln vor dem Herrn

im Lande der Lebendige.

Wie soll ich dem Herrn vergelten

all Seine Wohltat, die Er an mir tut?

Ich will den Kelch des Heils nehmen

und des Herrn Namen anrufen.

Dir will ich Dank opfern

und des Herrn Namen anrufen.

Ich will meine Gelübde vor dem Herrn erfüllen

vor all seinem Volk

in den Vorhöfen am Hause des Herrn,

in dir, Jerusalem. Halleluja!

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste,

wie es war im Anfang, jetzt und alle Zeit

und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Lasset uns beten:

 

Ewiger und allmächtiger Gott, Schöpfer der Welt,

aus dem Überfluss Deiner Liebe

hast Du alles geschaffen, was ist.

Und alles zeugt von Dir.

Wir bitten Dich:

Sende uns den Heiligen Geist,

damit wir Dich erkennen

und mit allen Dingen zu loben lernen.

Erneuere und erwecke uns in dieser Stunde

und stärke unseren Glauben.

 

In der Stille bringen wir vor dich,

was wir heute bei uns tragen an Gutem und Bösem,

 

an Leichtem und Schwerem, an Dank, Bitte und Klage:

 

Stille

 

Sieh an, was uns bewegt, verkläre es

und vollende Dein Werk an uns in Ewigkeit.

Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

Amen.

 

 

Die alttestamentliche Schriftlesung ist zugleich Predigttext: Jes 40, 26-31

 

Lesung aus dem Buch des Propheten Jesaja:

 

Hebt eure Augen in die Höhe und seht!
Wer hat all dies 
geschaffen?

Er führt ihr Heer vollzählig heraus

und ruft sie alle mit Namen;

Seine Macht und starke Kraft ist so groß,

dass nicht eins von ihnen fehlt.

Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst:

„Mein Weg ist dem HERRN verborgen,

und mein Recht geht an meinem Gott vorüber“?

Weißt du nicht? Hast du nicht gehört?

Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde

geschaffen hat, wird nicht müde noch matt,

Sein Verstand ist unausforschlich.

Er gibt dem Müden Kraft
und Stärke genug dem 
Unvermögenden.

Jünglinge werden müde und matt,
und Männer 
straucheln und fallen;

aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft,

dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen

und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

 

Herr, segne dein Wort an uns allen. Amen.

 

Gemeinsam bekennen wir unseren christlichen Glauben und
beten mit den Worten des Nizänischen 
Glaubensbekenntnisses (EG 687):

 

Wir glauben an den einen Gott,

den Vater, den Allmächtigen,

der alles geschaffen hat,

Himmel und Erde,

die sichtbare und die unsichtbare Welt.

 

Und an den einen Herrn Jesus Christus,

Gottes eingeborenen Sohn,

aus dem Vater geboren vor aller Zeit:

Gott von Gott, Licht vom Licht,

wahrer Gott vom wahren Gott,

gezeugt, nicht geschaffen,

eines Wesens mit dem Vater;

durch ihn ist alles geschaffen.

Für uns Menschen und zu unserm Heil

ist er vom Himmel gekommen,

hat Fleisch angenommen

durch den Heiligen Geist

von der Jungfrau Maria

und ist Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,

hat gelitten und ist begraben worden,

ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift

und aufgefahren in den Himmel.

Er sitzt zur Rechten des Vaters

und wird wiederkommen in Herrlichkeit,

zu richten die Lebenden und die Toten;

seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

 

Wir glauben an den Heiligen Geist,

der Herr ist und lebendig macht,

der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,

der mit dem Vater und dem Sohn

angebetet und verherrlicht wird,

der gesprochen hat durch die Propheten,

und die eine, heilige, allgemeine

und apostolische Kirche.

Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden.

Wir erwarten die Auferstehung der Toten

und das Leben der kommenden Welt.

Amen.

 

Lied: „Wohl denen, die da wandeln“ (EG 295, 1-4)

 

Predigt

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes

und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch allen.

 

Verehrte Gemeinde,

liebe Schwestern und Brüder,

 

 

ein alter Streit in der Christenheit befasst sich mit der Frage, ab wann und unter welchen Umständen sich jemand als wiedergeboren bezeichnen kann. Und relativ unversöhnlich stehen sich die Fronten hier gegenüber: 

auf der einen Seite diese, die auf Taufsakrament und Segen, gegebenenfalls auch im Säuglingsalter, verweisen; – auf der anderen Seite jene, die meinen, dass es darüber hinaus noch eines besonderen Bekehrungserlebnisses bedürfe, einer bewussten Entscheidung für Gott oder einer zusätzlichen geistlichen Erweckung.

 

Ums kurz zu machen: Ich will diesen leidigen Streit, der zu zahlreichen Kirchenspaltungen und Sektenbildungen Anlass gegeben hat, an dieser Stelle gar nicht näher thematisieren. Ich habe diesbezüglich einen eindeutigen Standpunkt, und sicher können Sie sich denken, welchen…

– Aber eines – und darum bin ich dennoch damit eingestiegen – finde ich dann doch bemerkenswert: dieses, dass hierin nämlich, bei aller sonstigen Verschiedenheit, doch offenbar ein breiter Konsens besteht:

 

dass wir Christen Wiedergeborene sein können und dass wir auch Wiedergeborene sein sollen. Wiedergeborene freilich nicht im Sinne gewisser fernöstlicher Reinkarnationsvorstellungen: vorgestern als Einzeller, gestern als Regenwurm, heute als Mensch und so weiter… – Aber Wiedergeborene aus und in Gott, wie der Apostel Paulus etwa schreibt:

 

„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur[.]“ (2.Kor 5, 17)

 

Und wie er an anderer Stelle bezeugt:

 

„Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2, 20)

 

„Quasimodogeniti“, so lautet dann auch der Name des heutigen Sonntags nach einem Vers aus dem ersten Petrusbrief, zu Deutsch „wie neugeborene Kinder“ (1.Petr 2,2). Und es soll uns dieser Sonntag genau hieran erinnern: dass wir Christen, nochmals, eben Wiedergeborene sein können und Wiedergeborene sein sollen – wiedergeboren oder „wie neugeboren[]“ (1.Petr 2, 2) eben aus und in dem Höchsten.

 

Was das aber unter anderem bedeutet, das gibt uns unser heutiger Predigttext zu ahnen, den wir vorhin gehört haben.

 

Dort ist von Gott die Rede, von Seiner Kraft und der Unermesslichkeit Seines Wissens und Planens, Seines Wollens und Vermögens.

 

Dort ist, im beinahe selben Atemzug, zugleich aber auch von denen die Rede, die zu Ihm, Gott, gehören. Und auch von ihrer „Kraft und Stärke“ (Jes 40, 29).

 

„[D]ie auf den HERRN harren“, hören wir, „kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler[.] (Jes 40, 31)

 

Wie Gott selbst, so sollen auch sie geistlich weder „müde noch matt“ (Jes 40, 28) werden, sondern schon hier und jetzt aufsteigen – aufschießen – in schier unendliche Weiten und Höhen, den Himmel durchmessen…

 

Gewaltige Bilder sind das, wunderschön!

 

Doch warum, verehrte Gemeinde, ist das so? Warum sagt die Schrift den Männern und Frauen Gottes – und also auch uns – solches nach? Warum diese Energie und diese überschwängliche Vitalität?

 

Nun darum, weil Gott selbst mit uns ist (vgl. Jdt 13, 11 u.a.)! Darum, weil Er – und das ist ja das Wunderbare insbesondere des Christseins – uns nicht nur ein von ferne Geglaubter ist, sondern der immer und überall Gegenwärtige, pure Präsenz, und ganz konkret „[unseres]

Lebens Leben“ [EG 86, 1].

 

Wie Jesus Christus, Gott der Sohn, darum auch mehrfach davon spricht, dass er im Vater ist, wir aber in ihm und er in uns (vgl. Joh 14, 20 u. a.).

 

Wie er – denken Sie an das Bild vom Weinstock (vgl. Joh 15, 1-8) – Gott, Kirche und Gläubige als ein lebendiges Ganzes beschreibt.

 

Wie er darum auch betet und uns verspricht, dass wir alles mit ihm gemeinsam haben mögen: Friede (Joh 14, 27), Liebe und Freude (vgl. Joh 15, 9-12) und die Fülle des Lebens (vgl. Joh 10, 10) – ja, das ewige, das göttliche Leben selbst (vgl. Joh 17, 1-3 u. a.).

 

Als eine „froehliche wirtschafft“ [ WA 7, 26.] – als einen erfreulichen Tausch also – bezeichnet unser Reformator, Martin Luther (1483-1546), dann auch, das Handeln des dreieinigen Gottes an uns Christen. Denn unsere Sorgen und Probleme, liebe Schwestern und Brüder, unsere

Schwächen, Grenzen und auch Sünden macht Er, Gott, sich zu eigen und zu Seiner Aufgabe, wenn wir Ihn nur lassen; – und Er schenkt uns im Gegenzug „Gnade um Gnade“ (Joh 1, 16), macht uns immer wieder neu.

 

Wo uns die Augen geöffnet werden für Ihn und dafür, dass alles von Ihm her kommt, dass es innwendig leuchtet und auf Ihn zu ist, – da etwa mag uns das sinnfällig werden. 

 

Wo wir uns auch im Schweren als wie hintergründig getragen und begleitet erfahren; wo wir den sprichwörtlichen „Wind im Rücken“ [NL 71, 1.] haben, – da können wir etwas von dem realisieren, was das bedeutet.

 

Wo wir aufgeschlossen werden für die Liebe allzumal; wo wir ihrer gewahr werden und sie zulassen lernen; wo wir uns auch selbst als zur Liebe fähig gemacht und entzündet erleben…

 

Denn das alles – und noch unendlich viel mehr als das –, bin ich überzeugt, ist Symptom und Folge unserer Gründung oder Wiedergeburt eben in Gott. Das alles schwingt für mich mit in diesem großartigen Bildwort des Propheten Jesaja heute von denen, „die […] neue Kraft [kriegen], dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler“ (Jes 40,31).

 

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung[!]“ (1.Petr 1, 3),

 

mag man sich angesichts dessen mit Apostelfürst Petrus freuen. – Umso mehr in diesen schönen Frühlingstagen! Umso mehr in dieser nachösterlichen Zeit, da die vielfach knospende und erblühende Natur uns ein einziges großes Gleichnis zu geben scheint: ein Gleichnis von Verwandlung und Erneuerung, von wie aus dem Nichts hervorbrechender Kraft und Vitalität; – ein Gleichnis für das, was geistlich auch an und in uns, die wir im Glauben stehen, ist, und was sich immer wieder neu als unsere Wirklichkeit erweisen soll.

 

In diesem Sinne aber uns und Ihnen allen einen guten und vor allem gesegneten Sonntag und einen ebensolchen Start in die neue Woche!

 

Amen.

 

 

Lied: „Erneure mich, o ewigs Licht“ (EG 390, 1-3)

 

Fürbitten

 

Im Frieden lasst uns den Vater bitten

durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Ewiger und allmächtiger Gott,

in der Taufe hast Du uns allen Anteil gegeben

an Tod und Leben, Sterben und Auferstehung Jesu Christi.

Gib, dass wir immer tiefer hineinwachsen in Deine Gnade

und seinem Bilde ähnlicher werden.

 

Bewahre uns vor Abfall und Sünde,

vor Schwäche und Gleichgültigkeit.

 

Steh unserer Gemeinde und Deiner ganzen Kirche bei.

Erhalte die Kirche in Deiner Kraft

und erwecke sie zu neuem Leben aus Dir.

Bewahre sie vor alten Fehlern und neuen Irrtümern.

 

Bewahre auch unsere ganze Welt,

die wir in Blindheit und Hartherzigkeit ausbeuten und verwüsten.

Schenke uns die nötige Einsicht, das Wollen und

Vermögen, um Deine Schöpfung zu bewahren

und gerechten Frieden unter den Völkern herrschen zu lassen.

Steh den Opfern menschlicher Willkür bei

und vergib den Übeltätern.

Ziehe zu Dir alles, was lebt.

 

Sei, so bitten wir, besonders auch mit denen,

die von Not und Sorgen geplagt werden;

die einsam sind oder Angst haben;

die Mangel leiden oder mit Krankheit zu kämpfen haben.

Erbarme Dich schließlich auch unserer Verstorbenen

und schenke ihnen die ewige Ruhe.

 

Das bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn,

der mit Dir, dem Vater, in der Einheit des Heiligen Geistes,

ein wahrer Gott, lebt und herrscht

von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Alle: Vater unser im Himmel...

 

Lied: „Bei Dir, Jesu, will ich bleiben“ (EG 406, 1-6)

 

Segen

 

Und so segne und behüte uns alle

der ewige und allmächtige Gott:

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Alle: Amen.

 

Vielleicht haben auch andere Menschen

Interesse an dem kleinen Andachtsblatt? Wir

schicken es auf Wunsch gerne zu. Und wenn Sie

möchten, könnten Sie es anderen in den Briefkasten

werfen mit einem kleinen persönlichen Gruß.

 

Ganz herzlichen Dank an KMD Thomas Haller

und an den Techniker Sascha Bauer.

 

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Woche!

Ihr Pfarrer Jan Langfeldt