12.04.2020 / Ostersonntag - Ein Gottesdienst für Zuhause

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Ein Gottesdienst für Zuhause am Ostersonntag, 12.04.2020
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Musik zum Gottesdienst

- Marche

- Menuet

- Sinfonia 

 

 

Sich einfinden und Gott zuwenden

 

Liebe Gemeinde,

 

auch am heutigen Ostersonntag ist alles anders als gewohnt und wir können nicht beieinander in der Kirche sein. Deshalb begrüßen wir zwei Pfarrerinnen, Caroline Bender und ich, Theresa Haenle, Sie auch nur per Video bzw. mit dem Textblatt aus der Stadtkirche, in der wir auch heute allein sind.

 

Wir feiern diesen Gottesdienst aber mit Ihnen im Glauben verbunden. Denn wir sind von Gott eingeladen, mit ihm Gottesdienst zu feiern. Er schenkt uns Gemeinschaft auch über die Entfernung. Seine Liebe und sein Wort verbinden uns. 

 

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. 

 

Der heutige Ostersonntag erzählt uns die frohe Botschaft von der Auferstehung Jesu. Diese Botschaft veränderte damals die Welt und gab den verzweifelten Jüngerinnen und Jüngern Hoffnung und Trost. 

 

Lassen wir uns auch von dieser Botschaft ermutigen und anstecken von dem österlichen Wunder, wie es uns das Schriftwort aus der Offenbarung berichtet: 

 

Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offb 1,18)

Unter diesem Tagesspruch steht der heutige Ostersonntag und diese österliche Zeit.

 

Auch heute wollen wir in unserer Stadtkirche das Osterlicht anzünden und die Osterbotschaft einander zurufen entgegen aller Bedrohtheit menschlichen Lebens: 

Christus ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden. 

 

Die Liturgin geht zur Osterkerze

Christus spricht: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ (Joh 8, 12)

 

Nachzeichnen der Symbole auf der Osterkerze

Jesus Christus - (senkrechter Balken)

Anfang und Ende - (Querbalken)

Alpha - (über dem Kreuz)

und Omega - (unter dem Kreuz)

 

Sein ist die Zeit

und die Ewigkeit

sein ist die Macht

und die Herrlichkeit in Ewigkeit

 

Liturgin entzündet die Osterkerze

Christus ist siegreich auferstanden vom Tod.

Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen. Amen.

 

Lied: „Gelobt sei Gott im höchsten Thron“ (EG 103, 1-5) 

 

Wir beten mit Worten des 118. Psalms (EG 747)

 

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Der Herr ist meine Macht und mein Psalm

und ist mein Heil.

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten:

Die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Die Rechte des Herrn ist erhöht;

die Rechte des Herrn behält den Sieg!

Ich werde nicht sterben, sondern leben

und des Herrn Werke verkündigen.

Der Herr züchtigt mich schwer;

aber er gibt mich dem Tode nicht preis.

Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,

dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.

Das ist das Tor des Herrn;

die Gerechten werden dort einziehen.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast

und hast mir geholfen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,

ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen

und ist ein Wunder vor unsern Augen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

O Herr, hilf!

O Herr, lass wohlgelingen!

Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!

Wir segnen euch, die ihr vom Hause des Herrn seid.

Der Herr ist Gott, der uns erleuchtet.

Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

Du bist mein Gott, und ich danke dir;

mein Gott, ich will dich preisen.

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,

und seine Güte währet ewiglich.

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Amen.

 

Wir beten weiter. 

Herr Jesus Christus,

dein Osterfest,

es wartet auf uns;

weggewälzt

ist vom Grab der Stein.

Österliches Lachen,

noch gebückt unter Tränen.

Worte des Lebens,

noch beschattet vom Dunkel des Todes.

Dein Osterfest:

Lass den neuen Morgen dämmern.

Auch für uns.

 

Höre uns, wenn wir in der Stille zu dir beten. 

   

Stille

 

Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich 

und gibst meiner Seele große Kraft. 

Amen.

 

Sich von Gott ansprechen lassen

 

Die Schriftlesung heute ist zugleich der Predigttext. Sie steht im 1. Brief an die Korinther, Kapitel 15, 19-28. Paulus schreibt:

 

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferweckt von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind.

Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden.

Ein jeder aber in der für ihn bestimmten Ordnung: als Erstling Christus; danach die Christus angehören, wenn er kommen wird;

danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er vernichtet hat alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt.

Denn er muss herrschen, bis Gott »alle Feinde unter seine Füße gelegt hat« (Psalm 110,1). Der letzte Feind, der vernichtet wird, ist der Tod.

Denn »alles hat er unter seine Füße getan« (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat.Herr, segne dein Wort an uns allen. Amen.

Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untertan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, auf dass Gott sei alles in allem.

 

Herr, segne dein Wort an uns allen. Amen.

 

Lasst uns darauf antworten mit den Worten des Apostolischen Glaubensbekenntnisses. (EG 686)

 

Lied: „Christ lag in Todesbanden“ (EG 101, 1-3+6)

 

Es war angenehm warm an diesem Morgen. Leicht wehte ein Windhauch vom Meer über den Markt. Ob sie wohl noch Fisch und Gemüse kriegen würde? Wie würden die Preise sein? Sie war nicht bettelarm, aber für eine ganze Familie zu sorgen, war nicht immer einfach. Vor allem, seit ihr Schwiegervater, in dessen Haus sie lebten, so schwer krank geworden war. Erst war es nur dieser trockene Husten, wenig später kam dann Fieber hinzu. Er konnte immer schlechter atmen. Was würde nur werden, wenn er stirbt... Ihr Mann würde mit seinen Hafenarbeiten nicht auch noch die Mutter und die anderen Familienangehörigen ernähren können. 

 

Bei diesen Marktständen da drüben könnte das Obst vielleicht etwas günstiger sein. Sie ging ein Stück weiter… Oh nein, da war wieder dieses Ehepaar. Es war zwar freundlich, aber sie redeten immer so viel und immer über diesen Jesus. Heute waren sie besonders fröhlich und gut gekleidet. Was hatten die beiden neulich erzählt? 

 

Ja, ein Fest würde bald vor der Tür stehen. War es also soweit, doch was feierten die beiden doch gleich? 

Sie versuchte sich daran zu erinnern, was der Hintergrund dieses Festes war. Bestimmt hatte es auch etwas mit diesem Jesus zu tun. Jesus … Jesus Christus, so hatten die beiden ihn genannt. 

 

Stimmt, jetzt fiel es ihr wieder ein. Es ging um Jesus und darum, dass er gestorben war – auf keine besonders gute Art. Gekreuzigt worden war er… wurden das nicht eigentlich nur Verbrecher? 

Dieses Verkäuferehepaar hatte ihr aber auch erzählt, dass dieser Jesus ein ganz besonderer war. Gottes Sohn … konnte man das glauben? 

 

Aber das besondere, weswegen diese Christen ein Fest dazu feierten, war diese merkwürdige Geschichte: Jesus war nach seinem Tod nicht etwa tot und in seinem Grab beerdigt geblieben. 

Nein, erst war er einfach verschwunden gewesen und dann ist er verschiedenen Menschen begegnet. Jesus war tot gewesen und dann wieder lebendig geworden. Sozusagen auferstanden! Auferstanden von den Toten.

 

Die Christen behaupteten, es sei auch kein Irrtum gewesen. Man habe nicht versehentlich den noch lebendigen Jesus in das Felsengrab gelegt -  ihn also lebendig begraben. Nein, er war definitiv tot gewesen, überprüft von den römischen Soldaten. Und die, das wusste sie selbst genau, waren besonders gründlich in dem, was sie taten.

 

Und es war auch keine Wiederbelebung in dem Sinne, dass dieser Jesus tot war und dann doch irgendwie wiederkam und danach einfach ein bisschen länger lebte. Nein, dieser Jesus war tot gewesen und dann völlig verändert wieder einigen Jüngerinnen und Jüngern begegnet. Sie hatten ihn erst nicht erkannt. Aber er gab sich durch seine Stimme, sein Verhalten ihnen zu erkennen. 

Mehr als 500 Menschen begegnete er, so dass wirklich kein Zweifel mehr möglich war, dass Jesus auferstanden ist. Viele von den Augenzeugen lebten noch, vielleicht kannte das Verkäuferehepaar ja noch jemanden, der damals dabei war. 

 

Auferstanden von den Toten. Irgendwie faszinierte sie es ja, was über die Auferstehung Jesu, vor allem über die Auferstehung der Toten erzählt wurde. Denn diese Christen behaupteten, dass eben nicht nur Jesus, sondern alle anderen Toten auch auferstehen würden. Einer von denen hatte sogar einen Text darüber geschrieben. Alles hatte sie nicht verstanden, als man es ihr vorlas. Aber mochte sich gar nicht ausmalen, was es bedeuten würde, wenn es stimmte. Dann wäre das Leben eben nicht zu Ende mit dem Tod, sondern würde irgendwo weitergehen. Wie tröstlich wäre das für ihren Schwiegervater, der so Angst vor dem Tod hatte. Er würde dann also auch nach dem Tod irgendwann auferstehen und ein neues Leben haben. 

Wie gern würde sie nun doch mehr darüber erfahren. 

Nun ging sie nicht mehr an den Marktständen vorbei, sondern zielstrebig auf das Verkäuferehepaar zu, das sie bereits gesehen hatte. Freudig und lachend wurde sie begrüßt. 

 

Liebe Gemeinde,

 

das war eine von mir erfundene Geschichte, wie der christliche Glaube über die Auferstehung Jesu verbreitet worden ist. Vielleicht mag es sich so zugetragen haben. Sicher ist aber, dass damals nach dem Tod von Jesus Christus die Erlebnisse mit ihm und das Wunder seiner Auferstehung wie ein kostbarer Schatz weitergegeben wurden. Die, die daran glaubten, gedachten diesen Ereignissen, erzählten sie weiter. Durch verschiedene Reisen wurde dieser Glaube weitergegeben und überall im damals römischen Reich entstanden christliche Gemeinden, so wie eben auch die Gemeinde in Korinth. 

 

Sicher haben sich die Christen damals auch in Korinth verteidigen müssen, warum sie an diesen Jesus Christus glauben und was ihn so besonders macht. Ein Kritikpunkt bildete schon immer die Auferstehung von Jesus und die Bedeutung dieser Auferstehung für uns Menschen. Einer, der auf die Fragen und Kritik reagieren wollte, eine Antwort den Menschen geben wollte, war der Apostel Paulus. Er hat ein ganzes Kapitel in einem Brief dem Thema der Auferstehung gewidmet. 

 

Unser Predigttext steht ist eben diesem Kapitel 15 aus dem 1. Korintherbrief. In diesem Abschnitt stellt Paulus einen Zusammenhang her zwischen der Auferstehung Christi und der Auferstehung aller Toten, um dann einen Ausblick auf das Weltende zu geben und das, was darüber hinaus zu erwarten ist. 

 

Paulus hat das in einer Art und Weise gemacht, sachlich und argumentativ, die für manche damals wie für die einfache Frau, von der ich erzählt habe, sicher viel zu kompliziert war. 

 

Wie hätte das Verkäuferehepaar der Frau ihre Fragen über die Auferstehung der Toten erklärt?

Ich versuche mal an ihrer statt zu antworten.

Ja, du hast recht, liebe Frau. Die Auferstehung ist schwierig zu verstehen. Wunderhaft und merkwürdig. Ob dein Schwiegervater auch wieder aufersteht, wenn er denn stirbt? Ja, daran glauben wir. Denn Jesus war nicht nur einer, der wunderhaft auferweckt wurde, nur ein besonderer Mensch. Nein, er ist eben auch Gottes Sohn. Er war der erste der Toten, der auferweckt worden ist, aber eben nicht der letzte. Nach ihm werden eine lange Reihe derer kommen, die tot sind und dann auch auferweckt werden.   

 

Vielleicht kennst du die Geschichte von Adam und Eva. Dieser eine Adam war schuld an der Vertreibung aus dem Paradies und die Menschen wurden durch sein Verhalten sterblich. Man könnte also sagen, durch Adam kam der Tod in die Welt. 

Durch Jesus Christus, der auferstanden ist, kam nun aber die Auferstehung und das ewige Leben in das Leben der Menschen. Jesus Christus hat den Weg für die Auferstehung aller geebnet. Die Macht des Todes wurde durch diesen einen, nämlich Jesus Christus gebrochen (1. Kor 15, 20-23). 

 

Noch ist das Ende der Welt nicht absehbar, noch regieren Gewalten und Mächte auf dieser Welt, die den Menschen nicht nur Gutes wollen. Noch gibt es Leid auf der Welt, aber Jesus Christus ist bereits an der Seite Gottes und von dort wird er kommen am Ende der Welt. Und wenn er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt, alle Feinde besiegt hat, dann wird auch das Reich Gottes vollendet sein (1. Kor 15, 24-25).  

 

Das kannst du deinem Schwiegervater ruhig sagen: Jesus hat den Tod besiegt, er hat den Weg frei gemacht, damit wir alle - auch er - leben können. Es gibt ein Leben nach dem Tod, wenn alles vorbei zu sein scheint. 

Und schon jetzt gibt es ein befreites Leben, wenn wir noch auf dieser Erde sind. Denn wir müssen keine Angst vor dem Tod haben und auch nicht vor dem Leben. 

 

Und diese Krankheit, die dein Schwiegervater hat, die ist nicht von Gott gesandt worden, um zu strafen. Gott ist ein liebender Gott. Deshalb hat er eben seinen Sohn auf die Erde gesandt, hat ihn auferstehen lassen, damit wir leben dürfen. Alles nur für uns. 

 

Liebe Gemeinde,

wenn das Verkäuferehepaar die heutigen Umstände, unsere Sorgen, Ängste und unser Leid kennen würde und zu uns sprechen könnte, dann würde es vielleicht zu uns sagen:

Ihr erlebt gerade Schreckliches in eurer Welt, viel Leid, Ängste und den Tod unmittelbar als Bedrohung. So viele Menschen sind bereits tot durch dieses Corona-Virus und es werden viele folgen. Aber habt keine Angst vor dem Leben und auch nicht vor dem Tod. 

Der Tod hat keine Macht und keinen Stachel mehr (1. Kor 15, 55).

 

Gott ist bei euch. Seine Verheißungen gelten auch für euch. Sein Sohn Jesus Christus ist für euch gestorben und wiederauferstanden. Für die Lebenden unter euch bin ich da, auch wenn ihr mich nicht sehen könnt, und eure Toten sind bei mir gut aufgehoben. Sie befinden sich am Anfang eines neuen Lebens. 

 

Eure Trauer und euren Schmerz, eure Unsicherheit und Ängste kann ich euch nicht nehmen, aber ich kann euch versprechen, dass ihr damit nicht allein seid. Ich bin bei euch bis zum Schluss (Mt 28, 20b). 

Verliert die Hoffnung nicht, auch wenn ihr zumindest momentan keine sehen könnt. Denn Hoffnung bleibt nur Hoffnung, wenn man sie nicht sieht. Bis alles besser wird, müsst ihr leider hoffen und geduldig sein (vgl. Röm 8, 24-25). 

 

Aber in all dieser Zeit kann euch nichts trennen von der Liebe Christi - keine Angst, keine Trauer, keine Einsamkeit und auch nicht dieser schreckliche Virus. Lasst euch von der Ostergeschichte und seiner Freude anstecken, wenn es ihr noch Freude empfingen könnt.

 

Und wenn euch alles zu viel wird, die Angst und das Leid zu groß werden, dann denkt daran, was der Apostel Paulus damals für uns aufgeschrieben hat. Das gilt für euch in dieser Zeit und dessen könnt ihr euch sicher sein, dass „weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Röm 8, 38f).

Amen.

 

Lied: „Die Sonne geht auf: Christ ist erstanden“ (EG 550, 1-4)

 

Sich und die Welt Gott anvertrauen

 

Mit unseren Fürbitten kommen wir zu Gott.

 

Guter Gott,

in den letzten Wochen hat sich bei uns so viel und so rasant verändert, 

dass wir ein bisschen mehr mitfühlen können, wie schnell und gravierend auch für die Jüngerinnen und Jünger damals die Veränderungen waren.

Unsere Seele kommt nicht mit, Gott.

Sieh du unseren Zustand.

Tröste und hilf uns.

 

Wie sie damals können wir kaum begreifen,

was sich innerhalb kürzester Zeit gedreht hat.

Unser öffentliches Leben brummte und summte,

dann wurde es plötzlich heruntergefahren,

um möglichst wenig Kontaktflächen zu bieten 

und dem Coronavirus die Ausbreitung zu erschweren,

Geschwächte zu schützen.

Viele Möglichkeiten und Begegnungen vermissen wir schmerzlich, 

in dieser Zeit besonders die Gottesdienste.

Sieh du unseren Zustand.

Tröste und hilf uns.

 

Die Jüngerinnen und Jünger damals waren betroffen:

Vor ein paar Tagen noch hatten sie Jesus zugejubelt,

dann war er gefangen und verurteilt worden,

verhöhnt und gefoltert und dann am Kreuz gestorben.

Kaum zu begreifen. Entsetzen und Trauer überfiel sie.

Wie gelähmt waren sie, sind auch wir manchmal.

Sieh du unseren Zustand.

Tröste und hilf uns.

 

Und dann: Auf einmal wieder alles anders!

Wie soll man das begreifen?

Gott, es übersteigt unseren Verstand.

Wir versuchen, mit dem Herzen zu fassen:

Die Welt hat ein anderes Gesicht bekommen,

weil du, Jesus Christus, auferstanden bist!

Du lässt uns teilhaben an deinem Sieg des Lebens.

Lass uns darauf vertrauen in allem,

was uns schrecken und durcheinanderbringen will,

in allem, was uns angreift und zu kämpfen gibt.

Sieh du unseren Zustand.

Tröste und hilf uns.

 

Großer Gott, 

du hast dem Tod die Macht genommen.

Lass es uns spüren, 

damit die Kräfte des Todes uns nicht lähmen.

Wir bitten dich für alle, 

die sich für das Leben und die Gesundheit einsetzen.

Wir bitten dich für die Alleingelassenen und Verzweifelten.

Wir bitten dich für die Kranken und Sterbenden,

für alle, die pflegen und sich kümmern.

Sieh du unseren Zustand.

Tröste und hilf uns.

 

Gott der Freude,

lass uns von deiner Kraft und Jubel erfüllt werden.

Lass uns mit dir aufstehen,

gegen Trägheit und Mutlosigkeit,

gegen Not und Leiden

gegen Zweifel und Resignation.

Lass uns mit dir einstehen

für alles und alle,

die das Leben fördern, die zum Guten helfen,

zu Glaube, Hoffnung und Liebe,

für die Ausbreitung deines Lichtes

an diesem Ostermorgen.

 

Gemeinsam beten wir:

 

Alle: Vater unser im Himmel...

 

Lied: „Christ ist erstanden“ (EG 99

 

Segen

Geht in den Tag und in die Woche und in alle Zukunft, die Gott uns schenken möge,
unter der Gnade und dem Segen unseres Herrn:

 

Der Herr segnet Dich und behütet Dich.

Der Herr lässt sein Angesicht leuchten über Dir und ist Dir gnädig.

Der Herr erhebt sein Angesicht auf Dich und schenkt Dir Frieden. 

 

Alle: Amen.

 

Musik zum Ausgang

 

Vielleicht haben auch andere Menschen Interesse an dem kleinen Andachtsblatt? Wir schicken es auf Wunsch gerne zu. Und wenn Sie möchten, könnten Sie es anderen in den Briefkasten werfen mit einem kleinen persönlichen Gruß.

 

Ganz herzlichen Dank an KMD Thomas Haller, Johann Konnerth, Johannes Knoblauch und Joachim Jung, Trompeten und an den Techniker Sascha Bauer.

 

Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Osterzeit! 

Ihre Pfarrerinnen Theresa Haenle und Caroline Bender