Gottesdienst zum Holocaust-Gedenken in der Stadtkirche - Fortsetzung

„Niemand kann aus der Geschichte seines Volkes aussteigen!“

Dr. Alfred Geisel, langjähriger Landtagsvizepräsident und Vorsitzender der Regionalgruppe „Gegen Vergessen-für Demokratie“zitierte in seiner Gedenkrede Jean Amery: „Niemand kann aus der Geschichte seines Volkes aussteigen!“. Dieses Wort werde, so Geisel, immer wichtiger in einer Zeit, in der von einer Partei eine totale Wende in der Erinnerungskultur an die Zeit des Nationalsozialismus gefordert wird.  Geisel forderte aber auch die Christen nicht nur die Staatsbürger zur Verantwortung auf. Die scheußlichen Verbrechen stehen im totalen Gegensatz zu den Grundsätzen des christlichen Glaubens.  Die Kirchen dürfen deshalb an einem solchen Tag nicht schweigen, sondern sind aufgefordert, ihre Stimme zu erheben. Pfarrer Bernhard Richter stellet seine Ansprache unter das Leitwort der Jahreslosung aus Psalm 34,15 Suche Frieden und jage ihm nach.  Frieden sei nie selbstverständlich, sondern müsse immer wieder neu geschaffen und erhalten werden. 74 Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges sei es wichtig, in großer Dankbarkeit für diese Friedenszeit seiner Verantwortung für eine friedliche Welt gerecht zu werden. In dem Gottesdienst, an dem auch OB Thilo Rentschler teilnahm, dankte Richter den vielen Initiativen, die in der Stadt ein klares Zeichen des Miteinanders und der Solidarität setzten. „Stehen wir ein für Menschenrecht und Menschenwürde, für Frieden und Freiheit, für Grundwerte und Gerechtigkeit,“ schloss Richter. „Und wissen wir als Christenmenschen immer und an jedem Tag neu darum, dass wir unter dem Segen Gottes stehen, der uns seinen Frieden zusagt!“