Ein Ort zum Reden / Der Autor Viktor Staudt ist Gast im Ethik-Cafe

Die beiden Hochschulseelsorger, Tobias Obele und Bernhard Richter, sind an einem neuen Ort. Seit dem Sommersemester findet sich der Raum der ökumenisch ausgerichteten Hochschulseelsorge in der Cafeteria auf dem Campus Burren. „Wir haben für alle Studierenden, egal welcher Konfession, ein offenes Ohr“, sagen Obele und Richter.

Nicht immer läuft alles glatt in einem Studium. Viele Reize strömen auf die Studierenden ein. Die jungen Menschen müssen sich allein zurechtfinden nicht nur in einem ganz neuen Lernumfeld, sondern auch in einer anderen Stadt, mit anderen Menschen. „Manche stecken das nicht so einfach weg“, wissen der katholische Pastoralreferent Obele und der evangelische Studierendenpfarrer Richter. Die beiden Seelsorger sind präsent in den Hochschulgebäuden und kümmern sich seit vielen Jahren gemeinsam um die „weichen Faktoren“, die den jungen Männern und Frauen oft zu schaffen machen. 

Jeden Donnerstag beispielsweise gibt es ein Mittagessen im Hochschulseelsorge-Raum immer um 13.00 Uhr. Unter dem Motto „Sauerkraut und Gottvertrauen“ ist hier der Ort der Begegnung, des Gesprächs, manchmal auch des „Dampf-Ablassens“. Dies ist nur ein Angebot der Hochschulseelsorge. Daneben finden sich tolle Themen wie „App zur Mensa“, „Frühschicht“ oder der smd-Hauskreis. Regelmäßige Hochschulgottesdienste und das „Aufatmen in der Stille“, komplettieren das Programm.

Das Ethik-Café hat sich seit längerem als Veranstaltungsreihe etabliert, die über den Tellerrand hinaus den Blick über die eigene Schulter tut. „Wie können wir gut leben?“ gehört zu den Grundfragen der Ethik. Und einen prominenten Gast hat die Hochschulseelsorge jetzt für das Ethik-Café gewinnen können: Am 4. Juni um 19.00 Uhr kommt der niederländische Autor Viktor Staudt und liest aus seinem Buch „Die Geschichte meines Selbstmords“. Staudt ist Überlebender eines Bahnsuizids, hat seine Erfahrungen von Angst- und Panikzuständen und Depression bis zum Selbsttötungsversuch und seinen Weg zurück ins Leben in seinem Buch veröffentlicht. 

„Wir wissen, dass viele Studierende unter Versagensängsten oder Depressionen leiden, oft auch wegen eines Studienabbruchs“, erklären Richter und Obele. Deshalb sind die Hochschulseelsorger sehr stolz, Viktor Staudt, der mit seiner Geschichte und seinem Leben anderen viel Mut macht, ins Ethik-Café bekommen zu haben. Die Veranstaltung ist offen für alle.

 

22.05.2019/Dekanat Ostalb/Text und Bild von Sibylle Schwenk